Der heutige Freitag (24.10.) stand im Wiener Rathaus im Zeichen von Kindern und Tierschutz. Sechs Schulklassen waren eingeladen, bei der Kinder-Tierschutzkonferenz teilzunehmen, sie konnten ihre Wünsche und Forderungen für die Zukunft des Tierschutzes vorbringen. Sie überlegten, was Tiere brauchen und präsentieren, wie Tierschutz im Alltag umgesetzt werden kann. Mit dabei war natürlich auch Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).
Der Verein "Tierschutz macht Schule" hat die Veranstaltung organisiert und betreut. Michaela Lechner erzählt: "Es macht mir Freude, die Kinder mit unseren Materialien und auf Exkursionen zu begleiten. Mit diesem Basiswissen können sie sich eine eigene Meinung bilden und ihre Anliegen selbstständig und kreativ formulieren."
Die Buben und Mädchen der 4A Klasse der GTMS Grundäckergasse haben sich intensiv mit Wildtieren in der Stadt beschäftigt. Bei einer Exkursion in die Wildtierstation Laxenburg erfuhren sie, welchen Gefahren Wildtiere in der Stadt ausgesetzt sind. Sie haben sogar ein Spiel entwickelt, in dem sie als Reh, Feldhase, Igel oder Eichhörnchen durch die Stadt laufen. So konnten sie die Stadt einmal mit den Augen der Tiere sehen. Wie die Wiener Rathauskorrespondenz berichtet, war das für die Kinder ein echtes Aha-Erlebnis.
Auch die 2E Klasse der AHS/WMS Theodor-Kramer hat die Wildtierstation Laxenburg besucht. Dort werden verletzte Tiere wie Igel wieder aufgepäppelt. Das hat die Kinder zum Nachdenken gebracht, wie gefährlich es für Wildtiere ist, wenn Müll im Wald landet. Ein besonderes Anliegen war ihnen der Schutz der Igel, die vielen Gefahren ausgesetzt sind. Im Schulgarten wurde daraufhin ein wildtierfreundlicher Bereich geschaffen.
Die 1C Klasse der MS Leibnizgasse hat sich mit dem Thema "Qualzucht" auseinandergesetzt. Im TierQuarTier erklärten Fachleute, wie Hunde und Katzen mit bestimmten Merkmalen ein Leben lang leiden. Die Kinder haben sich informiert, wie man Qualzucht verhindern kann und wie das Thema noch bekannter gemacht werden kann.
"Tiere sind kein Spielzeug und dürfen nicht gedankenlos angeschafft werden, nur weil sie süß aussehen", wurde den Kindern der 3B Klasse der MS Wiesberggasse beim Thema "Welpenschutz" klar. Im TierQuarTier erfuhren sie, welches Wissen notwendig ist, damit Hunde und andere Heimtiere von Anfang an gut versorgt sind.
Die 1C Klasse des BRG 19 Krottenbachstraße hat den Fokus auf Nutztiere gelegt. Bei einer Exkursion zum Tirolerhof im Tiergarten Schönbrunn beobachteten sie das natürliche Verhalten von Rindern, Ziegen und Hühnern. Sie schauten sich auch ihr eigenes Essverhalten an und überlegten, wie sie im Alltag tierfreundlicher einkaufen können. Dabei wurde auch diskutiert, wie Tierwohl, Klimawandel und Konsum zusammenhängen.
Die 1C Klasse des GRG3 Radetzkystraße war ebenfalls am Tirolerhof. Sie erforschten, wie die Ställe der Nutztiere gebaut sind und wie diese Tiere in Österreich gehalten werden. Aus ihren Erkenntnissen entstand ein Theaterstück, das bei der Kinder-Tierschutz-Konferenz seine Premiere feierte.
Lea Mirwald, MSc, Geschäftsführerin des Vereins "Tierschutz macht Schule", zieht eine positive Bilanz: "Es ist großartig, wie schnell Kinder Lösungen für die Herausforderungen im Tierschutz finden und mit welcher Begeisterung und mit welchem Einfallsreichtum sie dabei ans Werk gehen."
Auch Wiens Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky zeigt sich begeistert: "Ich freue mich sehr über das großartige Engagement der Wiener Schüler*innen für den Tierschutz. Die Kinder-Tierschutzkonferenz war darüber hinaus eine gute Gelegenheit, hautnah Demokratie zu erleben."