Ein gehbehinderter Wiener (66) hat bereits 19 Vorstrafen angesammelt, Dienstag stand der Obdachlose nun erneut vor Gericht. Der Mann soll am 4. Jänner 2026 seinen Rollstuhl in einem Gang der Klinik Donaustadt angezündet haben.
Der Gang wurde durch Ruß schwer beschädigt, dichter Rauch zog durch den Krankenhaus-Trakt, gefährdete die darüber liegende Kinderambulanz. Diese musste sogar evakuiert werden. Nur durch den raschen Einsatz einer Pflegerin und eines Securitys, die sofort mit einem Feuerlöscher zur Stelle waren, wurde Schlimmeres verhindert.
"Ja, es stimmt, ich habe den Rollstuhl angezündet", gab der Angeklagte freimütig an. Es habe sich um eine "milieubedingte Unmutsäußerung" gehandelt, erklärte seine Verteidigerin. Der 66-Jährige wollte in die Klinik aufgenommen werden, um dort zu "überwintern". Er wurde jedoch abgewiesen, weil es keinen Grund für eine Spitalsaufnahme gab, sagte eine Ärztin im Zeugenstand.
Bei der Klinik Donaustadt handelt es sich um kein Notquartier. Der Platz wird für Patienten gebraucht, der 66-Jährige musste zu Recht wieder umdrehen. "Da hab' ich den Rollstuhl angezündet. Der brennt gut", erklärte er auf Wienerisch. Bis zu 70 Zentimeter hohe Flammen hätten aus dem Kunststoff-Sitzpolster gelodert. "Warum haben Sie das gemacht?", fragte der Richter. Die überraschende Antwort: "Ich wollte hierher, auf's Landesgericht", so der 66-Jährige – um in der Justizanstalt überwintern zu können.
"Es hat furchtbar gestunken, alles war verraucht, Menschen mussten sich in Sicherheit bringen", so die Zeugin. Sogar an der Decke war Ruß." Die Feuerwehr hatte den Brand zum Glück rasch unter Kontrolle. Der Plan des Obdachlosen könnte aufgehen, – er "darf" nun im Häf’n überwintern. Urteil: 4 Monate Haft – bereits rechtskräftig. Raus kommt er erst im warmen Mai wieder…