Am Donnerstag hatte es Schmidhofer öffentlich gemacht. Der ehemalige steirische Landespräsident, der erst im Juni ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel als Präsident des mächtigen Skiverbands beerbt hatte, legt nach nur drei Monaten das Präsidentenamt aus privaten Gründen wieder nieder.
Vizepräsidentin Roswitha Stadlober hat interimistisch die Leitung des Skiverbands übernommen, kann sich auch vorstellen, bis zur nächsten Länderkonferenz, die im Juni 2022 stattfinden soll, im Amt zu bleiben.
Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin ist freilich schon angelaufen. Für die übernächste Woche ist eine ÖSV-interne Sitzung anberaumt.
Dabei könnte auch Michael Walchhofer neuerlich ein Thema als Ski-Verbandspräsident werden. Der Salzburger war gegen Renate Götschl im Kampf um den ÖSV-Präsidentenposten angetreten. Keiner der beiden Kandidaten hatte eine Mehrheit errungen. Deshalb fiel die Wahl schließlich auf Schmidhofer.
"Die Geschichte mit Karls Sohn ist wirklich tragisch", zeigte der ehemalige Ski-Star gegenüber der "APA" für Schmidhofers Rücktritt Verständnis. Der Salzburger hatte zwar seinen Posten als ÖSV-Vizepräsident zurückgelegt, trotzdem nie ganz mit dem Skiverband gebrochen. "Ich habe damals schon gesagt, dass ich die Türe nicht zu mache, nur weil ich nicht mehr im Präsidium bin", so Walchhofer.
"Es wäre natürlich nach wie vor spannend, für den Skisport Gas zu geben. Dieser Reiz ist nach wie vor gegeben", bekundete der ehemalige Speed-Spezialist nach wie vor großes Interesse am Präsidentenamt.
Ganz im Gegensatz zu Götschl. Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin übernahm nun den steirischen Landesverband von Schmidhofer. "Ich bin jetzt in der Steiermark", wischte die einstige Skiläuferin ihre Präsidentschafts-Ambitionen vorerst beiseite.