Streit in Vorarlberg

Wolfs-Abschuss jetzt erlaubt – Kritik an neuem Gesetz

Vorarlberg erleichtert den Abschuss von Wölfen. Künftig darf schon bei Gefahr für Tiere oder Menschen geschossen werden.
Christoph Weichsler
15.04.2026, 15:25
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Wölfe sorgen in Österreich weiter für Streit – jetzt hat Vorarlberg reagiert. Der Landtag beschloss am Mittwoch (15. April) eine Gesetzesänderung, die den Abschuss der Tiere deutlich erleichtert. Künftig dürfen Wölfe auch präventiv getötet werden – also schon dann, wenn eine unmittelbare Gefahr für Menschen oder Nutztiere besteht – berichtet die APA.

Die Regelung soll bereits in den kommenden Tagen in Kraft treten. Voraussetzung ist, dass der Abschuss gegenüber der zuständigen Behörde begründet wird. Mit Ausnahme der Grünen stimmten alle Parteien für die Änderung.

Almen im Fokus

Auslöser für den Schritt sind zunehmende Wolfssichtungen und Risse von Nutztieren. ÖVP und FPÖ betonten im Landtag, dass es klare Regeln brauche, um die Almwirtschaft zu schützen. Herdenschutz durch Zäune sei in vielen Gebieten kaum umsetzbar.

"Wenn die Bestände sehr groß werden, muss man eingreifen können", hieß es aus der ÖVP. Auch die FPÖ forderte "verlässliche Rahmenbedingungen" für Bauern.

Kritik von den Grünen

Deutliche Kritik kam von den Grünen. Sie lehnten den präventiven Abschuss ab und verwiesen auf andere Probleme in der Landwirtschaft. Im vergangenen Jahr seien etwa 14 Nutztiere durch Wölfe getötet worden – deutlich weniger als etwa durch Krankheiten.

Die Gesetzesänderung sei daher "populistisch" und setze falsche Prioritäten, so die Kritik. Trotzdem stimmten SPÖ und NEOS am Ende für das neue Gesetz.

Schneller Beschluss

Auch der Weg zum Gesetz sorgte für Diskussionen. Kritiker bemängelten, dass es keine Begutachtung gab. Die Regierung verteidigte das Vorgehen: Die Änderung sei wegen neuer EU-Regeln notwendig gewesen.

Ähnliche Schritte gibt es bereits in anderen Bundesländern. Salzburg hat erst vor kurzem den Weg für präventive Wolfsabschüsse frei gemacht. Der Wolf bleibt ein Reizthema – und sorgt jetzt auch politisch für scharfe Fronten.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 15.04.2026, 15:25
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen