Tierisch unfair in AT

Herzlos! 26 Wölfe nur auf der Durchreise erschossen

Die Zahl der Wolfsabschüsse in Österreich erreicht einen neuen Höchststand und entfacht eine hitzige Debatte über Herdenschutz und Almwirtschaft.
Heute Tierisch
14.09.2026, 10:21
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Wolfsrudel gibt es derzeit vor allem im nördlichen Nieder- und Oberösterreich sowie im Süden von Österreich. Viele einzelne Wölfe sind in Kärnten und Tirol unterwegs. Immer wieder reißen Wölfe Nutztiere, daher dürfen sie unter bestimmten Bedingungen auch geschossen werden. Heuer wurden in ganz Österreich offiziell 26 Wölfe geschossen – das ist ein neuer Rekord und sorgt für Diskussionen.

Dem WWF sind die hohen Abschusszahlen ein Dorn im Auge. In vielen Bundesländern fehle laut WWF der politische Wille, die Konflikte mit dem Wolf anders zu lösen. Es gäbe Möglichkeiten, den Herdenschutz stärker zu fördern und auch mehr Aufklärungsarbeit zu leisten. Stattdessen würden diese Maßnahmen zurückgefahren und die Abschüsse erhöht.

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„Abschüsse erhöhen oft sogar nur die Risse und hier wären zum Beispiel Herdenschutzmaßnahmen und das Zulassen von Rudeln eine viel bessere Lösung, weil damit Ruhe in den Bestand kommt, weil man Wolfsrudel erziehen kann, weil Wolfsrudel lernfähig sind, und da beruhigt sich eher die Situation“
WWF

Josef Hechenberger, Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer, verweist im ORF-Interview darauf, dass sich die Zahl der nachgewiesenen Wölfe heuer verdreifacht habe. In Europa leben aktuell zwischen 22.000 und 25.000 Wölfe. Im Vorjahr wurde der Schutzstatus der Wölfe von "streng geschützt" auf "geschützt" herabgestuft. Jetzt gehe es um ein aktives Wolfsmanagement, fordert Hechenberger.

Jeder Wolf verursacht Probleme?

Laut Tiroler Jagdgesetz, Paragraph 52b, darf ein Wolf bei Gefahr in Verzug auch ohne Abschussverordnung entnommen werden, wenn er sich in der Nähe einer bewirtschafteten Alm aufhält. Das sei zuletzt im Pitztal passiert, erklärt Hechenberger im ORF-Interview. Mehr dazu in den Ermittlungen, ob tatsächlich "Gefahr in Verzug" war. Wenn man nicht handle, sterbe laut Hechenberger nicht der Wolf, sondern die Almwirtschaft aus.

Die Zahl der Wolfsabschüsse liegt heuer schon über dem Schnitt der vergangenen Jahre. Der Umgang mit dem Wolf sorgt für hitzige Debatten – bei Bauern genauso wie bei Naturschützern. Tirols Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger verteidigt im ORF-Interview "ein aktives Wolfsmanagement".

Das sei extrem wichtig für die Landwirtschaft, die Artenvielfalt und die Lebensmittelproduktion. Daher brauche es laut Hechenberger Pragmatismus bei diesem Thema: "Man muss das Thema sachlich diskutieren. Wir entnehmen ja nicht alle Wölfe, sondern nur jene, die ein besonderes Risiko darstellen oder bereits einen Schaden verursacht haben."

Herdenschutzprojekte seien auf Almen unmöglich, so Hechenberger: "Wenn wir wollen, dass auch alle Almen zukünftig bewirtschaftet sind und bleiben, ist das nicht möglich." Im Hochgebirge könne man keinen Zaun in einen Stein rammen, und Herdenschutzhunde seien ein Sicherheitsrisiko auf den viel begangenen Wanderwegen.

red,14.09.2026, 10:21