Daniel Ricciardo sprach offen über seinen Abschied aus der Formel 1 und warum ihm die Entscheidung letztlich abgenommen wurde.
Daniel Ricciardo hat erstmals ausführlich erklärt, wann für ihn klar wurde, dass seine Zeit in der Formel 1 zu Ende geht. In einem Interview mit Ford-CEO Jim Farley blickte der Australier ehrlich auf die letzten Jahre seiner Karriere zurück – und spricht über Zweifel, Rückschläge und Erschöpfung. Schon 2022, nach seinem Aus bei McLaren, stellte sich Ricciardo erstmals die große Frage. "Ist es das vielleicht? Soll ich es jetzt einfach beenden?" Trotz sportlicher Probleme habe er aber gespürt, dass noch immer Motivation da war.
2023 kehrte Ricciardo als Ersatzfahrer zu Red Bull zurück und bekam später bei AlphaTauri eine zweite Chance. Doch der Neustart verlief alles andere als glatt. Nach wenigen Rennen verletzte er sich bei einem Unfall in Zandvoort an der Hand.
Er erinnerte sich: "Ich fragte mich: Ist das jetzt ein Zeichen?" Trotzdem kämpfte er sich zurück und blieb auch 2024 im Cockpit der Racing Bulls. Nach dem Grand Prix von Singapur war dann endgültig Schluss. Das Team ersetzte ihn durch Liam Lawson. Ricciardo nahm die Entscheidung überraschend gelassen hin. Er sagte: "Ich denke, als das passierte, wurde mir klar, dass ich in den letzten zwei Jahren zweimal entlassen worden war."
Rückblickend empfindet der Australier keinen Groll. Vielmehr sei er erleichtert gewesen. "Ich hatte viel von meiner Seele hineingesteckt und fühlte mich ziemlich erschöpft." Dass ihm das Team die Entscheidung abnahm, habe ihm letztlich geholfen.
"Disco Dan" blickt dennoch auf eine erfolgreiche Karriere zurück. Seit seinem Debüt 2011 absolvierte er 257 Rennen, feierte acht Siege und stand dreimal auf der Pole Position. Er fuhr für Toro Rosso, Red Bull, Renault, McLaren und zuletzt die Racing Bulls.
Neben der Strecke wurde er 2022 für seine Verdienste im Motorsport mit dem Order of Australia ausgezeichnet. Heute lebt Ricciardo in Monaco und ist mit Heidi Berger liiert, der Tochter von Formel-1-Legende Gerhard Berger.