Die anhaltende Hitzewelle fordert bereits ihre ersten tierischen Opfer: Im Tierschutzhaus Vösendorf des Wiener Tierschutzvereins (Tierschutz Austria) werden derzeit die ersten jungen Mauersegler aufgenommen. Unter den von der Sonne aufgeheizten Hausdächern klettern die Temperaturen auf weit über 50 Grad. Für die bisher nicht flugfähigen Jungvögel werden ihre Nester damit zur lebensgefährlichen Hitzefalle.
„Die Tiere stehen vor einer grausamen Entscheidung: Entweder sie bleiben im Nest und drohen bei der Hitze zu verenden oder sie springen in die Tiefe, obwohl sie noch gar nicht fliegen können“Stephan ScheidlTierheimleiter, Tierschutzhaus Vösendorf
Wer den Sturz überlebt, ist am Boden schutzlos und droht zu überhitzen oder wird eine leichte Beute für Krähen und Katzen. Heuer müssen bereits Ende Juni die ersten Mauersegler aufgenommen werden – rund einen Monat früher als im vergangenen Jahr.
„Wir befürchten, dass in den kommenden Tagen noch deutlich mehr Jungvögel aus ihren überhitzten Nestern springen werden. Je heißer es unter den Dächern wird, desto größer wird der Überlebensdruck für die Küken“
„Ein Mauersegler am Boden ist immer ein Notfall. Die Tiere brauchen rasch Hilfe und sollten in eine Wildtierstation, etwa zu uns nach Vösendorf, oder zu einer Tierärztin beziehungsweise einem Tierarzt gebracht werden", so Scheidl.
Verletzte oder hilfsbedürftige Wildtiere können rund um die Uhr über den Tiernotruf des Wiener Tierschutzvereins/Tierschutz Austria unter +43 1 699 2480 gemeldet werden.
Die Aufzucht eines Mauerseglers kostet rund 70 Euro und ist nur dank Spenden möglich. Infos zum Spendenprojekt findest du HIER.
Doch nicht nur Mauersegler leiden unter der Hitze. Der Wiener Tierschutzverein/Tierschutz Austria empfiehlt deshalb, flache Wasserschalen für Wildtiere aufzustellen, das Wasser täglich zu wechseln und Steine oder Äste hineinzulegen, damit auch Insekten nicht ertrinken.