Tierisch grausam

Verbotenes Nervengift! Tierkriminalität nimmt zu

Nach dem grausamen Vergiftungsfall von Gänsegeiern im Lesachtal fordern der WWF und BirdLife eine bundesweite "Aktion scharf gegen Giftköder"
25.06.2026, 09:27
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Immer öfter kommt es zu Wildtier-Vergiftungen mit dem verbotenen Nervengift "Carbofuran" - erst kürzlich auch bei zahlreichen Gänsegeiern im Lesachtal, weshalb Tierschutzorganisation WWF und BirdLife jetzt endlich eine konsequente Strafverfolgung und mehr Ressourcen für lebensrettende Ermittlungen fordern.

Carbofuran

Seit 2017 ist das grausame Nervengift "Carbofuran" für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich. Bereits in der kleinsten Menge hat das Nervengift fatale Folgen und kann nicht nur Greifvögel und Aasfresser töten, sondern auch Haustiere wie Katzen und Hunde. Regelmäßig kommt es zu Sekundärvergiftungen, weil vergiftete Mäuse verzehrt werden.

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Carbofuran (Eckdaten)

  • Carbofuran ist ein hochpotentes Nervengift.
  • Der Wirkstoff ist in der Europäischen Union seit 2008 verboten.
  • In Österreich ist bereits der Besitz von Carbofuran strafbar.
  • Carbofuran war von 2017 bis 2025 für 98 Prozent aller nachgewiesenen Greifvogel-Vergiftungen verantwortlich.
  • Besonders gefährdet sind Greifvögel und andere Aasfresser.
  • Sekundärvergiftungen treten regelmäßig auf, wenn Tiere an vergifteten Kadavern fressen.
  • Auch Hunde, Katzen und Menschen können durch das Gift gefährdet werden
„Der aktuelle Geier-Fall muss ein Weckruf sein und konkrete Konsequenzen haben. Wenn ein seit fast zwei Jahrzehnten verbotenes Nervengift bis heute derart verbreitet eingesetzt wird, braucht es eine Aktion scharf gegen Giftköder“
Christina Wolf-PetreWWF-Expertin

Feige Wildtierkriminalität

Insgesamt wurden sieben Gänsegeier mit Vergiftungen im Lesachtal gefunden - nur ein Tier konnte von den Vergiftungssymptomen medizinisch gerettet werden.

Vergiftungen zählen zu den gravierendsten Formen der Wildtierkriminalität, weil sie oft viele Tiere gleichzeitig töten. Laut dem jüngsten Wildtierkriminalitätsberichtwurden von 2017 bis 2025 österreichweit 66 Vergiftungsfälle dokumentiert. Das entspricht mehr als jedem fünften bestätigten Fall von Wildtierkriminalität.

Bei den besonders betroffenen Greifvögeln wurde sogar bei 98 Prozent der nachgewiesenen Vergiftungen das verbotene Nervengift Carbofuran eingesetzt, obwohl dessen Besitz in Österreich strafbar ist. "81 geschützte Greifvögel wurden im Berichtszeitraum nachweislich Opfer von Vergiftungen, davon 79 durch Carbofuran. Die tatsächliche Zahl dürfte viel höher liegen, da die meisten Fälle nie entdeckt oder gemeldet werden", warnen WWF und BirdLife.

„81 geschützte Greifvögel wurden im Berichtszeitraum nachweislich Opfer von Vergiftungen, davon 79 durch Carbofuran. Die tatsächliche Zahl dürfte viel höher liegen, da die meisten Fälle nie entdeckt oder gemeldet werden“

Giftköder und vergiftete Kadaver müssen rasch entdeckt und entfernt werden, um weitere Tiere, Haustiere und Menschen zu schützen. Vorbild dafür sind gezielte Schwerpunktaktionen von Polizei und Naturschutzorganisationen in bekannten Problemgebieten, die bereits erste Erfolge zeigen.

Der WWF und BirdLife appellieren an die Bevölkerung, verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit möglichen Giftködern umgehend den zuständigen Behörden zu melden.

WWF-Hotline: +43 676 444 66 12
BirdCrime-Hotline: +43 660 869 2327
E-Mail: [email protected]
Anonyme Meldeplattform: https://c07.aygonet.org/anonymemeldeplattform-fuer-wildtierkriminalitaet/

Im Rahmen des EU-geförderten wildLIFEcrime-Projekts (LIFE22-GIE-DE-wildLIFEcrime) arbeiten 13 Organisationen aus Österreich und Deutschland an der Reduktion der Wildtierkriminalität. Eine Koalition aus Naturschutzverbänden, Polizei, Universitäten, Behörden und Veterinärmedizinern setzt sich für den besseren Schutz gefährdeter Arten ein, wodurch dieses Projekt bis 2028 dazu beitragen soll, die Wildtierkriminalität in Deutschland und Österreich zu reduzieren.

{title && {title} } tine,red, {title && {title} } 25.06.2026, 09:27
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