Gastro-Betreiber kritisieren immer wieder das Reservierungsverhalten ihrer Gäste, fordern auch eine österreichweit einheitliche Stornogebühr bei Nichterscheinen trotz einer Reservierung. Wie "Heute" berichtete, blieb etwa der Wirt Christian Pircher von der "Leopoldauer Alm" auf 4.500 Euro sitzen, weil eine 170-köpfige Hochzeitsgesellschaft einfach nicht erschien.
Dass eine sogenannte "No-Show"-Gebühr manchmal notwendig wäre, zeigt die Studie "Gastronomie auf dem Prüfstand" vom Forschungsinstitut Marketagent: Demnach sind 12 Prozent der befragten Österreicher – und damit rund jeder Achte – schon einmal trotz Reservierung nicht erschienen – ohne Absage. Fast jeder Zehnte (9 %) hat zudem parallel in mehreren Lokalen reserviert – ein Trend, vor allem bei den Jüngeren.
Das Verrechnen von Stornogebühren ist vor allem im Fine-Dining-Bereich seit Jahren üblich. Trotzdem mag dem einen oder anderen Gast die Höhe sauer aufstoßen: So müssen etwa bei Drei-Sterne-Koch Juan Amador (56) in seinem Restaurant "Amador" in Döbling Stornierungen ausnahmslos mindestens 48 Stunden vor der Reservierung erfolgen, wie auf der Homepage erklärt wird.
"Das Restaurant behält sich das Recht vor, andernfalls eine Stornogebühr von 350 Euro pro Person zu verrechnen. Bei Verspätungen ab 30 Minuten erlauben wir uns, bei Bedarf das Menü zu verkürzen oder Ihren Tisch an andere Gäste weiterzugeben", heißt es weiter. Eine Gebühr, die schmerzt, vor allem im Vergleich zum Menüpreis in der Höhe von 395 Euro – auch, wenn hier Köstlichkeiten wie Rotbarbe, Seehecht, Kalbszunge, Milchreis und Apfelstrudel aufgetischt werden.
"Heute" fragte beim Lokal an – und wurde abgespeist: "Nach Rücksprache mit dem Team muss ich Sie leider enttäuschen. Das Thema hat intern aktuell keine Relevanz, und so kann ich Ihnen keine weiterführende Stellungnahme anbieten", meint eine Sprecherin.
Rückendeckung gibt es allerdings vom neuen Gastro-Obmann der Wirtschaftskammer Wien, Thomas Peschta: "Bedauerlicherweise hat es sich immer mehr eingeschlichen, dass Reservierungen nicht eingehalten werden. Restaurants halten dann die Tische frei und können sie schlussendlich nicht mehr anderen Gästen geben – damit fallen sie um den Umsatz. Daher ist es verständlich, dass einige Restaurants eine solche Gebühr einheben", so Peschta.