Mithilfe einer simplen Transportfirma in Gänserndorf (NÖ) soll ein 47-jähriger Pizzakoch aus Pakistan, dessen Schwager, ein Iraker mit deutschem Pass sowie ein Inder im großen Stil den Staat betrogen haben.
302 Rechnungen über insgesamt 4,8 Millionen Euro wurden über die Fake-Firma verbucht, dann Bargeld abzüglich einer Provision retourniert. Der von Star-Anwältin Astrid Wagner Verteidigte soll versucht haben, dafür 960.444 Euro Vorsteuer geltend zu machen.
Finanz und Kripo sprengten in der "Aktion Dolus" das gesamte Netzwerk – wir berichteten. Ein koordinierter Cobra-Einsatz am 25. März brachte vier Verdächtige vorerst hinter Gitter und fünf Angeklagte vor Gericht.
Doch der Prozess am Wiener Landl zog sich mühsam in die Länge. Der Grund: Kaum einer der Angeklagten – die teilweise bereits jahrelang in Österreich gelebt hatten – sprach ein Wort deutsch. Sogar für die mithaftende Ehefrau benötigte eine eigene Dolmetscherin für Ungarisch.
Alle Involvierten ließen sich Vorträge, Aussagen und Fragen in ihre Muttersprachen übersetzen – das Verfahren verkam zur Übersetzungs-Orgie in Paschtu, Englisch und Ungarisch. "Mein Mandant wollte sich niemals bereichern und spendete die gesamten Einnahmenfür Suppenküchen, die pakistanischen Waisenkinder mit Essen versorgten", stilisierte Anwältin Astrid Wagner ihren Mandanten zum Wohltäter à la Robin Hood.
Doch damit ließ sich das Gericht wohl kaum einkochen. Ein Urteil verstanden alle Angeklagten: 20 Monate bis 2 Jahre Haft, nicht rechtskräftig.