"Pädo- und Junkie-Hunter"

10 Opfer: Jugendbande zog Spur der Gewalt durch Wien

Neun Jugendliche sollen Jagd auf Obdachlose, Junkies und "Pädophile" gemacht haben. Die Gewalt ist verstörend, alles wurde mitgefilmt – der Prozess!
Thomas Peterthalner
18.03.2026, 15:52
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In Handschellen, begleitet von bewaffneten Justizwache-Beamten, wurden die neun Jugendlichen Mittwoch in den Saal am Wiener Landl geführt. Acht von ihnen sitzen seit August in U-Haft, viele davon in der berüchtigten Jugendstrafanstalt Wien-Münnichplatz. Versuchter Mord, schwere Körperverletzung und Raub lauten die Vorwürfe.

Darum endete Gewaltserie

"Die Gewaltserie endete nur, weil die Angeklagten festgenommen wurden", so die Staatsanwältin. "Sie waren verbunden durch Langeweile, Perspektivlosigkeit und hohes Aggressionspotential."

Auf Telegram verabredet

Laut Anklage sollen sich die acht Burschen und ein Mädchen, drei davon Wiener, alle mit Migrationshintergrund, ihre Opfer bewusst ausgesucht haben. Auf Telegram verabredete man sich, um Obdachlose, Junkies und mutmaßlich Pädophile zu attackieren. Die Wienerin (16) spielte bei "Pädophilen" den Lockvogel, Opfer wurden auf Snapchat in die Falle gelockt, dann brutal zusammengeschlagen. "Keines der Opfer war wirklich pädophil", so die Staatsanwältin. In zwei Monaten soll es insgesamt zu 22 Angriffen gekommen sein.

Jugendliche filmten alles mit

Fast immer trafen sich die Jugendlichen am Wiener Westbahnhof, attackierten dort schlafende Obdachlose, Junkies und Teenager. Da oft Außenseiter mit Misstrauen gegen die Behörden attackiert wurden, gab es keine Anzeigen. Doch die Taten sind gut dokumentiert – die Jugendbande filmte alles mit, schockierende Clips machten auf Social Media "zum Angeben" die Runde. Darauf sind die brutalen Attacken zu sehen.

Geprägt von roher Gewalt

Die Verdächtigen aus Rumänien, Syrien, Russland und Aserbaidschan und Wien – alle haben Migrationshintergrund – treten und schlagen auf Opfer ein. Auch als diese schon blutüberströmt am Boden liegen, gibt es keine Gnade. Die Anklage basiert auf den Videos der Jugendlichen. "Sie haben selbst nichts zur Wahrheitsfindung beigetragen", so die Staatsanwältin. Die Clips seien extrem verstörend, geprägt von roher Gewalt.

"Kann sein, dass jemand gestorben ist"

Ein angeblich homosexueller Mann soll in einen Hinterhalt gelockt, brutal zusammengeschlagen worden sein. "Die Aggression war unvorstellbar. Die Opfer wurden schwer verletzt. Es kann sein, dass jemand gestorben ist. Wir wissen es nicht, weil es keine Anzeigen gibt." Der Prozess ist auf mehrere Tage angesetzt, verhandelt wird nach Jugendstrafrecht. Die Unschuldsvermutung gilt.

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