Der Tod einer 16-Jährigen erschüttert Tirol - jetzt meldet sich ihre Familie zu Wort und erhebt schwere Vorwürfe. Mutter und Tante des Mädchens sehen vor allem die aktuelle Gesetzeslage als großes Problem und fordern Änderungen.
"Und das nur acht Tage nach ihrem Geburtstag", erzählt ihre Tante Katja Pult im Gespräch mit der "Kronen Zeitung". Die Jugendliche war drogenabhängig und hatte auch mit psychischen Problemen zu kämpfen.
Während der Corona-Zeit habe sich ihr Zustand verschlechtert. "Dann geriet sie in den falschen Freundeskreis und begann, diverse Suchtmittel zu nehmen", sagt Pult in der "Krone".
Zwar war das Mädchen mehrfach in Behandlung und auch immer wieder wegen Überdosen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Doch nachhaltige Hilfe blieb laut Familie aus. "Doch jedes Mal wurde sie am darauffolgenden Morgen wieder entlassen", so die Tante gegenüber der Tageszeitung.
Auch die Mutter habe intensiv versucht, Unterstützung zu organisieren und mit Behörden zusammengearbeitet. Ein zentrales Problem: passende Therapieangebote. "Therapieangebote gibt es viele, aber nicht in Kombination mit einer Drogensucht-Problematik", üben die Angehörigen Kritik.
Besonders bitter: Kurz vor ihrem Tod hätte die 16-Jährige einen Reha-Platz bekommen können. "Als bekannt wurde, dass sie drogenabhängig war, wurde sie dann doch nicht mehr aufgenommen", schildert die Tante der Jugendlichen in der "Krone".
Ein weiteres Hindernis sieht die Familie im Gesetz. Eine verpflichtende Einweisung sei nicht möglich gewesen. "Meine Schwester durfte ihre Tochter nicht zwangseinweisen lassen." Auf freiwilliger Basis habe das Mädchen einen Entzug aber nie ernsthaft begonnen.
Nun will die Familie handeln und hat eine Petition gestartet. Unter dem Titel "Mehr Hilfe für Jugendliche in psychischen Krisen und Drogenabhängigkeit" fordern sie unter anderem bessere Therapieplätze sowie die Möglichkeit, Minderjährige in solchen Fällen auch verpflichtend abklären oder behandeln zu lassen.
"Unser Ziel ist nicht Strafe, sondern frühzeitige Hilfe, Schutz und echte Behandlungsmöglichkeiten für diese Zielgruppe. Wir fordern die (Bundes-)Politik auf, die gesetzlichen Grundlagen zu verbessern", so die Angehörigen zur "Krone".
Die Petition kann hier unterzeichnet werden.