Europa bekommt den Klimawandel besonders hart zu spüren. Das zeigt ein neuer Bericht der Weltmeteorologieorganisation (WMO) und des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.
Mindestens 95 Prozent des Kontinents erlebten demnach 2025 Jahrestemperaturen über dem Durchschnitt.
"Seit 1980 hat sich Europa zweimal so schnell wie der globale Durchschnitt erwärmt", erklärte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo. Europa sei damit der sich am schnellsten erwärmende Kontinent überhaupt.
Besonders dramatisch: In Skandinavien gab es im Juli eine dreiwöchige Hitzewelle mit bis zu 30 Grad - normalerweise sind dort nur bis zu zwei Tage Hitzestress im Jahr üblich. In der Türkei wurde sogar die 50-Grad-Marke geknackt.
Die Folgen der Extremhitze sind verheerend: Die durch Waldbrände zerstörte Fläche in Europa erreichte einen Rekordwert von über einer Million Hektar. Auch die Gletscher verloren weiter an Masse, Island erlebte seine zweitstärkste Eisschmelze seit 2005.
Die Meerestemperatur erreichte im Vorjahr zum vierten Mal in Folge einen neuen Höchstwert. 86 Prozent der europäischen Meere erlebten mindestens einen Tag mit einer starken marinen Hitzewelle.
Für heuer ist laut dem Bericht eine weitere Verschlimmerung zu befürchten. Das Klimaphänomen "El Niño" dürfte ab der Jahresmitte wieder auftreten und für zusätzliche Temperaturrekorde sorgen.
Eine positive Nachricht gibt es aber: 2025 wurde das dritte Jahr in Folge mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als aus fossilen Brennstoffen - erneuerbare Energien machten 46,4 Prozent der europäischen Stromerzeugung aus.