Seit 2024 ist Künstliche Intelligenz auch in den Bundesministerien fixer Bestandteil des Arbeitsalltags: Ein interner Chatbot hilft bei Textzusammenfassungen und Übersetzungen sowie beim Generieren von Bildern. Im Wirtschaftsministerium nutzt ihn bereits rund ein Drittel der Mitarbeiter mindestens einmal pro Monat. "Er ist quasi wie ein Assistent", so Chief Information Officer Martin Ollrom im "Ö1 Journal".
Bis 2027 soll die KI dann auf alle Anwendungen ausgeweitet werden, laut Ollrom etwa bei Outlook, wo der Chatbot dann beispielsweise 200 ungelesene Mails zusammenfasst.
Im Finanzministerium liefert die KI sogar messbare Ergebnisse: Sie wird zur Betrugsbekämpfung eingesetzt und soll 2024 über 350 Millionen Euro an Steuermehreinnahmen gebracht haben. Auch für Betriebsprüfungen und Zollbetrug wird sie verwendet.
"Wenn eine Steuererklärung hereinkommt, dann wird die einer entsprechenden Überprüfung unterzogen, das heißt man kann dann jene Fälle herausfiltern, die in gewisser Weise unplausibel sind und die es dann wert sind, dass sie sich ein Sachbearbeiter dann näher anschaut", so Christian Weinzinger, Leiter der Spezialeinheit im Finanzministerium.
Der Chatbot ersetzt dabei keine Menschen, übernimmt aber eine Erstprüfung, damit Mitarbeiter gezielter und effizienter arbeiten können. Stellen wurden bisher dadurch nicht abgebaut, langfristig soll die KI laut Bundesregierung aber Personallücken abfedern: Bis 2030 sollen sechs Prozent der Verwaltungsstellen nicht nachbesetzt werden, das wären rund 2.600 Vollzeitstellen.