Diskussion entflammt erneut

40 Mio. Euro für neuen Mistplatz – Opposition schäumt

Seit Monaten sorgt der geplante Mistplatz in der Leopoldstadt für Aufsehen. 40 Mio. Euro sollen aufgewendet werden, die Grünen üben heftige Kritik.
Wien Heute
18.11.2025, 13:55
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Die Stadt und die Bevölkerung müssen derzeit massiv sparen, auch bei den Sozialleistungen, wie die Grünen Wien heftig kritisieren. Zeitgleich wird in der Leopoldstadt ein neuer Mistplatz gebaut – schon lange sorgt das Millionenvorhaben für Diskussionen in der Politik. Für die Grünen ist klar: Dieses Geld müsse man nicht ausgeben.

Neubau statt Adaptierung

Alleine für die Planung des Mistplatzes in der Leopoldstadt wolle man 10 Millionen Euro ausgeben – und das, obwohl laut den Wiener Grünen ein bestehender Standort auf der Dresdnerstraße einfach modernisiert hätte werden können. Besonders angesichts der angespannten Budgetlage hinterfragt Kilian Stark, Planungssprecher der Grünen Wien, die Notwendigkeit derart hoher Ausgaben.

"Anstatt den bewährten Standort in der Dresdner Straße zu adaptieren, soll nun auf einer hochwertigen Fläche an der Freien Mitte ein völlig neuer, autozentrierter Mistplatz entstehen – direkt neben einem großen Park und einem zukünftigen Wohngebiet", zeigt sich Stark entsetzt.

Mistplatz neben Wohngebiet und Park

Als Beispiel, wie es günstiger gehen könnte, nennt Stark den Mistplatz in Stammersdorf. Auch dieser wäre praktisch neu errichtet worden, "aber mit 4 Millionen Euro zu einem Bruchteil der Kosten." Den Standort des neuen Müllplatzes kritisieren die Grünen ebenfalls, da er direkt neben einem zukünftigen Wohngebiet und einem Park gebaut werden soll.

Grüne bemängeln Intransparenz

Rund um die Prüfung möglicher Alternativstandorte herrsche völlige Intransparenz: Niemand wisse, welche Standorte geprüft wurden, wer die Prüfung durchgeführt hat, nach welchen Kriterien bewertet wurde oder warum die angeblich acht bis neun Alternativen ausgeschieden sind.

"Wenn selbst die betroffenen Bezirke keine Unterlagen bekommen, ist das kein seriöser Umgang mit öffentlichen Mitteln", wettert Stark.
"Dass es in den beiden großen Bezirken Leopoldstadt und Brigittenau keine einzige Alternative für einen Mistplatz gibt, ist unglaubwürdig."

Bezirksvertretung und Petition gegen Standort

Auch Bernhard Seitz, stellvertretender Bezirksvorsteher der Leopoldstadt, fordert Aufklärung:
"Bürger:innen-Initiativen, Petitionen und die gesamte Bezirkspolitik haben sich mehrfach gegen den Standort an der Freien Mitte ausgesprochen", erklärt er. Die Bezirksvertretung habe im März 2025 einstimmig beschlossen, den Mistplatz an der Dresdner Straße zu modernisieren und wiederzueröffnen.

"Trotzdem ignoriert die Stadt diesen Beschluss und setzt auf den teuersten und umstrittensten Standort." Eine große Umfrage in der Leopoldstadt zeige, dass 83 Prozent der Befragten die Sanierung des bestehenden Mistplatzes befürworten, nur 17 Prozent den Neubau an der Innstraße.

SPÖ verteidigt Vorhaben

Im heutigen Gemeinderat (18.11.) ging die SPÖ auf die Kritikpunkte der Grünen ein, die Vergleiche seien "unpassend" und "faktenfrei". Die Planungsmittel, welche von der SPÖ mit rund 8 Millionen Euro beziffert werden, decken alle notwendigen Gutachten, Prüfungen sowie die gesamte Entwurfs-, Einreich- und Ausführungsplanung ab. Anfang 2026 soll dann eine erste Informationsveranstaltung für Anrainer stattfinden.

SPÖ-Gemeinderätin Patricia Anderle betonte: "Der neue Grätzlmistplatz ist ein Fundament für gelebten Klimaschutz und für besseren Service im Alltag der Wiener*innen." Besonders hervorzuheben sei die klimafitte Bauweise. Auch für SPÖ-Gemeinderat Filip Worotynski und SPÖ-Gemeinderätin Yvonne Rychly steht fest: Der Mistplatz bringe Entlastung für tausende Haushalte, stärke die Kreislaufwirtschaft und entlaste bestehende Standorte.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.11.2025, 13:55
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