Eine Serie dreister Einbrüche hielt die Polizei in Niederösterreich monatelang auf Trab. Eine mutmaßliche Einbrecherbande aus Südamerika soll in Wohnhäuser eingestiegen sein und dabei Beute im Wert von rund 450.000 Euro gemacht haben. Besonders im Visier der Täter: Häuser im Weinviertel und im Bezirk Korneuburg. Jetzt konnten die Ermittler vier Verdächtige ausforschen und festnehmen.
Die Bande ging laut Polizei besonders dreist vor. Die mutmaßlichen Täter reisten aus Italien nach Österreich ein, blieben jeweils nur zwei bis fünf Tage und schlugen in wechselnder Zusammensetzung zu. Für ihre Beutezüge mieteten sie Fahrzeuge in Wien an.
Gestohlen wurde alles, was wertvoll war: Bargeld, Goldschmuck, Gold- und Silbermünzen, teure Designerhandtaschen und Brillen. Selbst schwere Tresore waren vor den Einbrechern nicht sicher. Diese wurden kurzerhand in die Fahrzeuge geladen, in abgelegene Waldstücke gebracht und dort gewaltsam aufgebrochen.
Allein in Niederösterreich sollen die Verdächtigen in mehreren Orten zugeschlagen haben. Betroffen waren unter anderem Sierndorf, Obergänserndorf und Bisamberg im Bezirk Korneuburg sowie Ebendorf und Großengersdorf im Bezirk Mistelbach. Auch in Altenberg im Bezirk Tulln und in Hof am Leithagebirge (Bezirk Bruck an der Leitha) wurden Einbrüche verübt. In Hanfthal blieb es bei einem Versuch.
Weitere Tatorte lagen in Wien, dem Burgenland und der Steiermark. Insgesamt ordnet die Polizei der Gruppe 15 Einbrüche beziehungsweise Einbruchsversuche zwischen Februar und August 2026 zu.
Der entscheidende Durchbruch gelang den Ermittlern nach einer Einbruchsserie am 18. August. Gemeinsam mit einer Mietwagenfirma konnten sie bereits am nächsten Tag eines der mutmaßlichen Tatfahrzeuge ausforschen. Am Abend des 19. August beobachteten Polizisten zwei Männer, die einen Vorschlaghammer aus dem Kofferraum holten und in ein anderes Fahrzeug mit spanischem Kennzeichen luden. Der Wagen war als entfremdet gemeldet.
Die Spur führte zu einer kurzfristig angemieteten Wohnung in Wien-Floridsdorf. Gegen 22 Uhr schlugen die Ermittler zu und nahmen drei chilenische Staatsbürger im Alter von 25, 29 und 40 Jahren fest.
In der Wohnung fanden die Polizisten zahlreiche gestohlene Wertgegenstände, Einbruchswerkzeug und Fahrzeugschlüssel. Einer der Verdächtigen hatte zudem einen gefälschten argentinischen Reisepass bei sich.
Besonders brisant: Bei einem der Einbrüche soll die Bande auch eine Pistole erbeutet haben. Die Waffe wurde anschließend samt Munition in einem Waldstück vergraben. Einer der Beschuldigten führte die Ermittler schließlich zum Versteck. Die Pistole konnte sichergestellt werden.
Der finanzielle Schaden ist enorm: Neben der Beute im Wert von rund 450.000 Euro verursachten die Einbrecher laut Polizei Sachschäden von mindestens 200.000 Euro. Insgesamt geht es damit um rund 650.000 Euro.
Doch die Ermittlungen waren mit den drei Festnahmen noch nicht abgeschlossen. Am 18. Oktober klickten schließlich auch für eine 43-jährige mutmaßliche Mittäterin in Rom die Handschellen. Gegen die Frau lag ein Europäischer Haftbefehl vor.
Sie soll nach Österreich ausgeliefert werden. Die drei in Wien festgenommenen Verdächtigen wurden in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert. Für sämtliche Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.