Landtag macht Druck

Passagier-Schwund: NÖ fordert Ende der Flugabgabe

Während Schwechat Passagiere verliert, boomt der Flughafen in Bratislava. Der NÖ Landtag fordert jetzt die Abschaffung der Flugabgabe.
23.10.2026, 08:03
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Alarmstimmung am Flughafen Wien-Schwechat! Während die Passagierzahlen in Niederösterreich zurückgehen, erlebt der Flughafen Bratislava einen regelrechten Höhenflug. Jetzt macht der NÖ Landtag Druck auf die Bundesregierung: Die Flugabgabe soll ersatzlos gestrichen werden.

Mit einem Dringlichkeitsantrag wurde die Forderung am Donnerstag, 22. Oktober, von ÖVP, FPÖ, SPÖ und NEOS beschlossen. Die Grünen übten Kritik.

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Bratislava boomt, Schwechat verliert

Die Zahlen sorgen für Aufsehen: Während der Flughafen Wien-Schwechat in den ersten neun Monaten 2026 einen Passagierrückgang von 4,5 Prozent verzeichnete, legte Bratislava im selben Zeitraum um 99 Prozent zu. Der September war laut VPNÖ sogar der erfolgreichste Monat in der 75-jährigen Geschichte des slowakischen Flughafens.

Für VPNÖ-Landtagsabgeordneten Christoph Kaufmann ist klar: Österreich muss handeln. "Es ist fünf vor zwölf, wenn wir nachhaltigen Schaden für den Flughafen Schwechat und damit für Österreich als internationalen Tourismus- und Wirtschaftsstandort abwenden wollen", warnt der Politiker.

12 Euro pro Ticket sorgen für Ärger

Im Mittelpunkt der Debatte steht die österreichische Flugabgabe. Pro abfliegendem Passagier werden grundsätzlich zwölf Euro fällig, auf Kurzstrecken bis 350 Kilometer sogar 30 Euro. In der benachbarten Slowakei gibt es keine vergleichbare Steuer. "Die Flugabgabe gehört ersatzlos gestrichen. Das entlastet Konsumentinnen und Konsumenten, stärkt unseren Wirtschaftsstandort und sichert Arbeitsplätze", fordert Kaufmann.

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Besonders Billigfluglinien reagieren auf die unterschiedlichen Standortkosten. Ryanair hat angekündigt, im Winterflugplan vier Flugzeuge aus Wien abzuziehen und zwölf Verbindungen zu streichen.

2.500 neue Jobs durch Abschaffung möglich

Die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten laut Luftfahrtbranche beträchtlich sein. Berechnungen des Dachverbands Luftfahrt zufolge könnte eine Abschaffung der Steuer jährlich rund 2.500 zusätzliche Arbeitsplätze und 188 Millionen Euro an Wertschöpfung bringen. "Die Flugreisen finden weiterhin statt – nur die Wertschöpfung findet woanders statt", kritisiert Kaufmann. Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) setzt sich für das Ende der Flugabgabe ein. Kaufmann bedankt sich ausdrücklich für ihren Vorstoß.

Kritik kommt hingegen von den Grünen. Sie argumentieren, dass der Flugverkehr gegenüber anderen Verkehrsmitteln bereits steuerlich begünstigt sei. Zudem ist umstritten, wie stark die Flugabgabe tatsächlich für den Passagierrückgang verantwortlich ist. Auch das reduzierte Angebot von Billigfluglinien und die Krise im Nahen Osten spielen eine Rolle.

VF, 23.10.2026, 08:03