Zugunglück in Spanien

68 Tote! Dieser Funkspruch wird nun zum Schlüssel

Neue Enthüllungen zur Zugkatastrophe in Spanien! Funkaufnahmen zeigen, welche Anweisungen vor dem Crash gegeben wurden – und welche Fragen offen sind.
29.10.2026, 09:32
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Neue Erkenntnisse zur verheerenden Zugkatastrophe in Spanien! Nach dem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge bei Toledo, bei dem nach jüngsten Angaben mindestens 68 Menschen ums Leben kamen.

Nun rücken die Minuten vor dem Unglück in den Mittelpunkt: Funkaufnahmen zeigen, welche Anweisungen die Lokführer erhielten – und dass die Leitstelle noch kurz vor dem tödlichen Aufprall von einem stehenden Zug wusste.

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Besonders brisant ist ein Funkspruch um 8.36 Uhr. Obwohl das automatische Sicherheitssystem ausgefallen war, erhielt ein AVE-Zug die Erlaubnis zur Weiterfahrt.

"Mit normaler Fahrt?" – "Ja"

Die spanische Zeitung "El País" hat Tonaufnahmen der Gespräche zwischen den Lokführern und der Verkehrsleitstelle am Madrider Bahnhof Atocha ausgewertet.

Demnach begann die folgenschwere Ereigniskette gegen 8.30 Uhr. Das Zugüberwachungssystem LZB fiel aus. Es soll unter anderem verhindern, dass zwei Züge denselben Gleisabschnitt gleichzeitig belegen.

Sechs Züge auf einer Strecke von 69 Kilometern waren von der Störung betroffen. Die Verkehrsüberwachung musste auf ein anderes Sicherungsverfahren umgestellt werden.

Um 8.36 Uhr wurde dem Fahrer des AVE 2080 mit 397 Passagieren mitgeteilt, er dürfe seine Fahrt fortsetzen. Der Zugführer fragte ausdrücklich nach:

"Mit normaler Fahrt?" Die Antwort aus der Leitstelle lautete: "Ja."

Um 8.41 Uhr wusste die Leitstelle Bescheid

Nur fünf Minuten später erhielt die Verkehrsleitung eine entscheidende Information. Die Fahrerin des Iryo-Zuges 6076 meldete, dass ihr Zug wegen eines Übertragungsproblems vor dem Bahnhof Urda stillstand. An Bord befanden sich 147 Reisende, darunter ein Baby.

Um etwa 8.48 Uhr funkte die Frau erneut: "Ich stehe immer noch vor dem Einfahrsignal." Damit war der Stillstand des Iryo-Zuges nochmals ausdrücklich gemeldet worden. Dennoch fuhr der AVE weiter.

Fünf Minuten später die Katastrophe

Um 8.53 Uhr kam es schließlich zur Kollision. Der AVE prallte von hinten auf den stehenden Iryo-Zug. Nach der Darstellung der Zeitung hätte die Verkehrsleitung die Züge auch mit einer besonderen Geschwindigkeitsbeschränkung von höchstens 40 km/h fahren lassen können. Damit sollen Lokführer rechtzeitig auf Hindernisse reagieren können.

Eine entsprechende Anweisung ist auf den bisher ausgewerteten Aufnahmen nicht zu hören. Stattdessen bewegte sich der AVE auf einer für hohe Geschwindigkeiten ausgelegten Strecke weiter. Die tatsächliche Geschwindigkeit beim Aufprall muss noch ermittelt werden.

Minister spricht von unfassbarem Unfall

Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete das Unglück als Unfall unter kaum erklärbaren Umständen. Eine persönliche Verantwortung wollte er vor Abschluss der Untersuchungen niemandem zuschreiben.

Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete das schwere Zugunglück vom 28. Oktober 2026 als Unfall unter kaum erklärbaren Umständen.
IMAGO/SOPA Images

Die Regierung geht nach bisherigen Erkenntnissen von einem möglichen menschlichen Fehler aus. Ob tatsächlich eine falsche Entscheidung in der Leitstelle ausschlaggebend war, ist aber noch nicht bewiesen.

Entscheidend werden deshalb auch die Aufzeichnungen der Fahrtenschreiber beider Züge sein. Sie sollen zeigen, wie schnell die Züge unterwegs waren und welche Handlungen unmittelbar vor der Kollision erfolgten.

Mindestens 68 Tote, 58 Verletzte

Die Opferbilanz hat sich inzwischen dramatisch erhöht. Nach den jüngsten Angaben kamen mindestens 68 Menschen ums Leben, weitere 58 wurden verletzt. Die endgültige Zahl der Todesopfer ist noch offen.

Neben den Funkaufnahmen und Fahrtenschreibern untersuchen nun die Guardia Civil, ein zuständiges Gericht und die technische Unfalluntersuchungsbehörde den Ablauf.

Im Mittelpunkt steht eine Frage: Warum durfte der AVE weiterfahren, obwohl die Leitstelle wusste, dass sich vor ihm ein anderer Zug nicht bewegen konnte? Die Antwort darauf könnte entscheidend sein, um die Ursache der Katastrophe zu klären.

red, 29.10.2026, 09:32
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