"Eingriff in Pressefreiheit"

AfD-Mann kürzt Interview – Zeitung schwärzt alles

Der "Mannheimer Morgen" schwärzt ein Interview mit AfD-Politiker Heinrich Koch. Zuvor soll Koch das Gespräch auf ein Drittel gekürzt haben.
Newsdesk Heute
15.09.2026, 15:48
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Ein ungewöhnliches Interview sorgt in Deutschland für Aufsehen: Der "Mannheimer Morgen" hat zahlreiche Stellen eines Gesprächs mit AfD-Politiker Heinrich Koch geschwärzt veröffentlicht. Damit reagierte die Redaktion auf umfangreiche Änderungswünsche des Politikers.

"Nein, da ist uns nicht die Druckerschwärze ausgelaufen. Und das ist auch kein Pixel-Fehler in der App. Nur der Versuch eines AfD-Politikers, die Pressefreiheit zu beschneiden", erklärt Chefredakteurin Miriam Scharlibbe auf LinkedIn.

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Gekürzt und umgeschrieben

Die Zeitung führt Sommer-Interviews mit den Fraktionsvorsitzenden im Mannheimer Gemeinderat. Auch Koch wurde dafür rund zwei Stunden lang persönlich befragt. Das Gespräch wurde mit seinem Einverständnis aufgezeichnet und anschließend redaktionell bearbeitet.

Vor der Veröffentlichung erhielt der AfD-Politiker den vorgesehenen Auszug zur Autorisierung. Laut Scharlibbe blieb es dabei allerdings nicht bei kleineren Änderungen: Koch habe den Text umfangreich gekürzt und umgeschrieben. Sogar Fragen des Journalisten Steffen Mack habe er verändern wollen. Auch bei der Auswahl und Freigabe der Fotos wollte Koch mitentscheiden.

Der "Mannheimer Morgen" veröffentlicht ein Interview mit AfD-Politiker Heinrich Koch mit zahlreichen geschwärzten Stellen.
Glomex / focus

Interview auf ein Drittel gekürzt

Das Ergebnis fiel deutlich kürzer aus. "Die Länge entsprach den anderen Interviews, die diese Redaktion mit allen Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat führt. Von der AfD kam eine auf etwa ein Drittel gekürzte Fassung zurück."

Dabei seien Aussagen vollständig entfernt oder stark verändert worden.

Zeitung zieht Grenze

Für die Chefredakteurin gingen die Eingriffe zu weit. "Autorisierungen bei Wortlautinterviews sind in Deutschland so üblich wie anstrengend. Ganz sicher sind sie aber keine Einladung zum Eingriff in die journalistische Freiheit. Das ist eine absolute Grenzüberschreitung, die wir als Mannheimer Morgen nicht mitmachen", so Scharlibbe.

Die Redaktion entschied sich dennoch dagegen, das Gespräch komplett zurückzuziehen. Stattdessen veröffentlichte sie das Interview "mit einem besonderen Layout".

Die gestrichenen beziehungsweise von den Änderungswünschen betroffenen Passagen wurden dabei geschwärzt dargestellt. Auf diese Weise machte die Zeitung die Eingriffe in das ursprüngliche Interview sichtbar.

red,15.09.2026, 15:48
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