Showdown am Sonntag

"Indirekte Vertrauensfrage" – Stürzt jetzt Merz?

Merz steht nach den Landtagswahlen vor einer Machtprobe. Der Kanzler soll eine Krisensitzung planen und indirekt die Vertrauensfrage stellen.
Newsdesk Heute
15.09.2026, 09:34
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Für Friedrich Merz könnte der Wahlsonntag zur entscheidenden Machtprobe werden. Angesichts wachsender Kritik in den eigenen Reihen soll der deutsche Bundeskanzler noch am Abend der Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern eine Krisensitzung der CDU-Spitze planen.

Das berichtet "Table.Media". Eine offizielle Einladung zu dem Treffen soll bislang allerdings noch nicht vorliegen. Dem Bericht zufolge will Merz dabei indirekt die Vertrauensfrage stellen: Die Parteiführung soll sich entweder geschlossen hinter seinen Reformkurs stellen – oder einen offenen Sturz des Kanzlers riskieren. Sein Amt freiwillig aufgeben wolle Merz demnach nicht.

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Merz will Rückhalt einfordern

Laut "Table.Briefing" könnte der CDU-Chef bei dem Treffen zudem Forderungen präsentieren, über die anschließend mit dem Koalitionspartner SPD gesprochen werden soll. Im Raum stehen demnach stärkere Steuerentlastungen und Schritte zur Senkung der Energiepreise.

Damit soll sich Merz auch die Unterstützung der einflussreichen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst, Daniel Günther und Boris Rhein sichern wollen.

Wie wichtig die kommenden Tage für den Kanzler sind, zeigt sich auch an seinem Terminkalender. Merz hat seine Abreise zur UN-Vollversammlung nach New York verschoben. Dadurch kann er am Dienstag an einer als entscheidend geltenden Sitzung der Unionsfraktion teilnehmen.

Rund 30 Abgeordnete mit Ablöse-Szenarien

In CDU und CSU wächst laut FOCUS online nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt die Nervosität. Zusätzlich könnte ein schlechtes Abschneiden bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die Debatte über die Zukunft von Merz weiter verschärfen.

Einen gemeinsamen Plan für einen möglichen Wechsel an der Spitze soll es innerhalb der Union bislang allerdings nicht geben. Aus Unionskreisen heißt es: "Natürlich machen sich viele Gedanken. Aber es gibt keine Führung, die vorgibt, was jetzt zu tun ist".

Nach Angaben eines erfahrenen CDU-Abgeordneten sollen sich innerhalb der 208 Mitglieder starken Unionsfraktion etwa 30 Abgeordnete konkret mit einem Kanzlerwechsel und einer möglichen Minderheitsregierung beschäftigen.

Sollte die CDU am Wochenende den Einzug in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern verpassen, könnten diese Überlegungen nach Einschätzung des Abgeordneten konkreter werden. "Das ist ein kleiner Kreis, der aber sehr laut ist."

Ob und in welcher Form es tatsächlich zu einer parteiinternen Machtprobe gegen Merz kommt, ist damit weiterhin offen.

red,Akt. 15.09.2026, 09:35, 15.09.2026, 09:34