"Die haben gegen den Trainer gespielt", sagten österreichische Fans nach dem Match vor dem Bluenergy Stadium in Udine.
Mit 0:3 ging Udinese beim Startelf-Debüt von ÖFB-Verteidiger David Alaba gegen Lecce unter. Trainer Kosta Runjaic steht massiv unter Druck. Der in Wien geborene Deutsche steckt mit seiner Mannschaft tief im Tabellenkeller. Auch die Verpflichtung von Alaba brachte bisher nicht die erhoffte Wende.
Fünf Pflichtspiel-Niederlagen in Folge, nur vier Punkte aus sieben Ligaspielen und Platz 18 in der Tabelle: Die Bilanz des italienischen Traditionsklubs ist verheerend. Udinese steht auf einem Abstiegsplatz, die Stimmung bei den Fans ist längst gekippt.
Alaba konnte nicht die benötigte Sicherheit in die Dreierkette der Udinese-Abwehr bringen.
Beim zweiten Gegentreffer in der 33. Minute unterlief dem ÖFB-Kapitän ein schwerer Fehler. Lecce-Stürmer Konan N'Dri nutzte die Unsicherheit eiskalt aus. Bereits in der elften Minute hatte Kialonda Gaspar die Gäste in Führung gebracht.
Trainer Runjaic reagierte zur Pause und nahm Alaba vom Feld. Für den 34-Jährigen kam der erst 18-jährige Matteo Palma ins Spiel. Doch auch ohne den Österreicher wurde es nicht besser. Jamil Siebert sorgte in der 86. Minute für den 3:0-Endstand.
Die Geduld der Udinese-Anhänger ist offenbar am Ende. Schon zur Halbzeit wurde die Mannschaft mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet. Nach dem Schlusspfiff entlud sich der Frust erneut.
Trainer Runjaic hatte große Hoffnungen in Alaba gesetzt. Der ÖFB-Kapitän sollte die wackelige Defensive stabilisieren und mit seiner Erfahrung für mehr Sicherheit sorgen.
Stattdessen kassierte Udinese die nächste Niederlage. Auch Alaba bekam sein Fett weg. Italienische Medien bezeichneten den Österreicher nach seinem missglückten Startelf-Debüt als "völlig verloren".
Für Runjaic wird die Situation zunehmend unangenehm. Der Deutsche, der im Sommer 2024 das Traineramt bei Udinese übernommen hatte, muss dringend Ergebnisse liefern. In italienischen Medien wird ein Aus von Runjaic thematisiert.
Für Alaba wäre ein Trainerwechsel besonders brisant. Der 34-Jährige wurde von Runjsic geholt, soll eigentlich eine Führungsrolle übernehmen. Statt um die oberen Tabellenplätze kämpft der ehemalige Bayern- und Real-Star mit seinem neuen Klub jetzt gegen den Abstieg.