Beliebte Funktion gestrichen

Amazon und Klarna stellen Zahlung im Online-Handel um

Ab 20. November gelten strengere Kreditregeln. Amazon stellt die Monatsabrechnung ein, auch Klarna passt sich an die neuen Vorgaben an.
Newsdesk Heute
05.10.2026, 08:17
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Amazon-Kunden müssen sich auf eine Änderung beim Bezahlen einstellen. Der Online-Riese schafft seine bisherige Monatsabrechnung ab. Hintergrund sind neue Regeln für Verbraucherkredite, die in Österreich ab 20. November gelten.

Wie die Kleine Zeitung berichtet, wurden zahlreiche Amazon-Kunden bereits über die bevorstehende Umstellung informiert. Wer seine Einkäufe bisher gesammelt über eine Monatsabrechnung bezahlt hat, muss sich künftig auf einzelne Rechnungen einstellen.

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Amazon stellt Bezahlung um

Statt der Monatsabrechnung bietet Amazon künftig den klassischen Kauf auf Rechnung an. Für jede einzelne Bestellung sowie für Abos wird dabei eine eigene Rechnung ausgestellt. Bezahlt werden muss innerhalb von 14 Tagen.

Grund für die Änderung ist die Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie. Die neuen Vorgaben hätten laut Amazon umfangreiche Anpassungen bei der Monatsabrechnung notwendig gemacht. "Wir haben uns daher für die Umstellung auf den klassischen Rechnungskauf entschieden, der ein einfachere und transparentere Zahlung ermöglicht", erklärt das Unternehmen.

Damit bleibt die Möglichkeit erhalten, Waren erst nach dem Kauf zu bezahlen. Die gemeinsame Abrechnung mehrerer Einkäufe am Monatsende fällt allerdings weg.

Strengere Regeln auch für kleine Beträge

Die neuen Vorgaben treffen auch sogenannte "Buy now, pay later"-Angebote. Künftig gelten strengere Regeln selbst bei Beträgen unter 200 Euro. Davon betroffen ist unter anderem der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna, der auch in Österreich bei zahlreichen Online-Shops angeboten wird. Das Unternehmen sieht sich auf die Änderungen vorbereitet.

"Klarna hat viele der Anforderungen bereits lange vor Veröffentlichung der Regeln proaktiv umgesetzt", heißt es vom Zahlungsdienstleister. Dazu würden unter anderem Bonitätsprüfungen sowie transparente Angaben zu Kosten und Bedingungen gehören. Klarna begrüße zudem die neuen Schutzmechanismen für Konsumenten.

Klarna erklärt Ausfall bei Online-Shops

Zuletzt berichteten Kunden, dass die häufig genutzte Klarna-Option "In 30 Tagen zahlen" bei einzelnen Online-Shops zeitweise nicht verfügbar gewesen sei.

Mit den neuen Kreditregeln habe das jedoch nichts zu tun, stellt Klarna klar. Nach Angaben des Unternehmens war ein interner Fehler verantwortlich, durch den die Funktion bei einer sehr kleinen Zahl von Händlern vorübergehend ausgefallen sei. Das Problem sei inzwischen behoben.

Neuer Warnhinweis vor Kreditaufnahme

Für Konsumenten bringen die neuen Vorschriften vor allem zusätzliche Informationen und strengere Prüfungen. Vor Abschluss eines Kreditvertrags müssen Händler kostenlos und transparent über wesentliche Bedingungen informieren. Dazu zählen etwa mögliche Zinsen und das Rücktrittsrecht. Werden diese Informationspflichten nicht erfüllt, ist der Vertrag laut den neuen Vorgaben nicht gültig. Auch ohne ausdrückliche Anforderung und Zustimmung des Kunden darf kein Kredit zustande kommen.

Christian Prantner, Experte für Konsumentenpolitik und Finanzdienstleistungen bei der Arbeiterkammer, verweist auf einen weiteren Punkt: "Es muss auch den klaren Warnhinweis geben: Achtung, Kreditaufnahme kostet Geld."

Kredit kann nach Prüfung verboten sein

Verschärft wird zudem die Überprüfung der Kreditwürdigkeit. Ergibt die Bonitätsprüfung, dass ein Kunde die Raten voraussichtlich nicht bezahlen kann, darf der Kredit nicht vergeben werden.

"Fällt die Bonitätsprüfung negativ aus und ist davon auszugehen, dass der Kunde die Raten nicht begleichen kann, gibt es ein Kreditvergabeverbot", erklärt Maximilian Eder vom Verein für Konsumenteninformation. Damit soll verhindert werden, dass sich Konsumenten durch zusätzliche Kredite noch stärker verschulden.

Eine von Konsumentenschützern befürwortete Obergrenze für Kreditzinsen wurde in Österreich hingegen nicht eingeführt. Die Politik betrachtet die bereits bestehenden gesetzlichen Bestimmungen gegen Wucher als ausreichend.

Kleine Händler könnten stärker betroffen sein

Dass der klassische Kauf auf Rechnung weiterhin möglich bleibt, begrüßt Otto-Österreich-Chef und Handelsverbands-Vizepräsident Harald Gutschi. Der Rechnungskauf sei bei Kunden besonders beliebt, weil letztlich nur jene Waren bezahlt würden, die auch behalten werden. Den zusätzlichen Konsumentenschutz bewertet Gutschi positiv, gleichzeitig sieht er durch die neuen Regeln aber deutlich mehr Bürokratie.

Österreich habe die EU-Vorgaben ohne zusätzliche Verschärfungen umgesetzt. Trotzdem rechnet Otto mit finanziellen Auswirkungen. Die möglichen Einbußen werden auf 500.000 bis eine Million Euro geschätzt.

Noch schwieriger könnten die neuen Pflichten laut Gutschi für kleinere Händler werden. Während große Versandhäuser eigene Abteilungen für Kreditprüfungen betreiben können, sei dieser Aufwand für kleine Betriebe teilweise kaum zu stemmen. Sie könnten daher verstärkt auf andere Bezahlmöglichkeiten wie Kreditkarte, Apple Pay oder PayPal setzen.

red,05.10.2026, 08:17
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