Was für Besucherinnen und Besucher nach Spaß aussieht, entpuppt sich hinter den Kulissen als Arbeitsalbtraum. Johannes B., Ex-Mitarbeiter eines Wiener Escape-Rooms, packte nach seiner Kündigung über die Bedingungen für Angestellte aus – gegen das Unternehmen laufen derzeit 14 Verfahren.
Die Hintergründe: Der Studierende berichtet von zweieinhalb Jahren, in denen er bei dem betroffenen Unternehmen arbeitete. Besonders der Personalmangel schien dem Escape-Room zu schaffen zu machen – das bekamen auch die Mitarbeiter zu spüren: Dienste wurden kurzfristig geändert oder ganz gestrichen.
Den Angestellten wurde das dann als Minusstunden verrechnet. Gegenüber dem ORF erzählt Johannes, dass sogar zu Weihnachten Dienste verschoben werden mussten – spätere Arbeitszeiten trotz Feiertag waren die Folge. Auch der Lohn wurde teilweise nicht ausbezahlt, wie Johannes B. berichtet.
Nach einiger Zeit nahm der Student seinen Mut zusammen und beschwerte sich bei seinem Arbeitgeber über die unwürdigen Arbeitsbedingungen – prompt wurde er gekündigt. Doch das ließ Johannes nicht auf sich sitzen und klagte wegen Motivkündigung. Vor Gericht konnte ein Vergleich erzielt werden: 3.000 Euro müsse der Escape-Room Johannes B. laut ORF zahlen. Auf dieses Geld wartet der Ex-Mitarbeiter jedoch seit Monaten, bis heute wurde kein Cent auf sein Konto überwiesen.
Hilfe holt sich der Wiener bei der Arbeiterkammer. Die Arbeitsrechtsexpertin Filiz Yurdakul weiß: Johannes B. ist nicht der erste Betroffene. Derzeit laufen 14 Verfahren gegen das Unternehmen. Besonders oft seien junge Menschen und Studierende von den unfairen Verhältnissen betroffen – gerade dann, wenn es sich um ihren ersten Job handelt.