"Keine Verwechslungsgefahr"

Auch ohne Ei – Veganer Likör darf Namen behalten

Der Streit um Veggie-Bezeichnungen geht weiter: Ein deutsches Gericht hat entschieden, dass veganer Eierlikör "Likör ohne Ei" heißen darf.
Newsdesk Heute
28.10.2025, 13:06
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Ein veganer Eierlikör darf als "Likör ohne Ei" vermarktet werden. Das entschied das Landgericht Kiel (D) am Dienstag in einem Streitverfahren zwischen dem Schutzverband der Spirituosen-Industrie und einem Hersteller, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die Klage des Verbandes wurde in diesem Fall abgewiesen.

Die zuständige Kammer für Handelssachen hält die Bezeichnung "Likör ohne Ei" oder "Alternative ohne Ei" für Spirituosen der Firma demnach für zulässig. Bei diesen Bezeichnungen besteht nach Auffassung der Richter keine Verwechslungsgefahr mit üblichem Eierlikör und auch keine Gefahr, dass Verbraucher in die Irre geführt werden könnten.

Der Schutzverband der Spirituosen-Industrie hatte hingegen argumentiert, die Bezeichnung "Likör ohne Ei" wecke Assoziationen zu Eierlikör, was das betreffende Produkt nicht sei.

Eierlikör muss laut EU-Verordnung neben einem Mindestgehalt an Zucker oder Honig mindestens 140 Gramm reines Eigelb je Liter sowie mindestens 14 Prozent Alkohol enthalten. Bei der Herstellung dürfen auch Milch und Milcherzeugnisse zugesetzt werden.

Als "Eierlikör ohne Ei" beworben

Der Hersteller hatte ursprünglich seinen veganen Likör auch als "Eierlikör ohne Ei" beworben. Der Verband hatte deshalb eine Unterlassungserklärung von dem Hersteller erwirkt. Weil der Produzent diesen Begriff trotzdem vereinzelt noch verwendete, verurteilte das Landgericht den Unternehmer zur Zahlung von 5.000 Euro. Gegen die Entscheidung können beide Seiten Berufung am Oberlandesgericht einlegen.

Streit um Bezeichnung von Veggie-Produkten

Um die Bezeichnung von Veggie-Produkten gibt es immer wieder Streit. Wie "Heute" berichtete, sprach sich das Europaparlament vor drei Wochen mehrheitlich dafür aus, dass vegetarische Fleischersatzprodukte künftig nicht mehr Burger, Schnitzel und Wurst heißen sollen. Darüber muss nun mit den 27 EU-Ländern verhandelt werden. Das Vorhaben, Namen wie "Veggie-Burger" zu verbieten, könnte am Ende wieder gekippt werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 28.10.2025, 14:36, 28.10.2025, 13:06
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