Erst wenige Tage alt

Ausgebüxtes Lämmchen "Lars" wird jetzt aufgepäppelt

Völlig entkräftet wurde Lamm "Lars" in einem Weinberg gefunden. Seine Mutter verstieß ihn. Jetzt sorgt der kleine Kämpfer für große Freude.
20.10.2026, 07:30
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Ende September spielte sich in einem Weinberg in Niederösterreich ein kleines Drama ab: Ein hilfloses Lämmchen irrte völlig allein zwischen den Reben herum. "Lars wurde Ende September von einer Passantin in den Weinbergen gefunden, er war erst zwei Tage alt, völlig dehydriert, unterkühlt, konnte gar nicht mehr richtig stehen und hatte Verletzungen an den Augen", erinnert sich Tierheimleiter Stephan Scheidl im "Heute"-Gespräch.

"Die ersten Tage haben gar nicht gut ausgeschaut"

Die Sorge um das winzige Schaf war groß. "Die ersten Tage haben gar nicht gut ausgeschaut", erzählt Scheidl. Doch die Tierpfleger gaben den kleinen Kämpfer nicht auf. Mit viel Zuwendung, medizinischer Betreuung und Fläschchen alle zwei Stunden wurde Lars liebevoll aufgepäppelt.

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Bald stellte sich auch heraus, woher das Lämmchen stammte: Nur wenige Hundert Meter vom Fundort entfernt war eine Schafherde zur Landschaftspflege im Einsatz. Offenbar war Lars kurz nach seiner Geburt durch einen Zaun geschlüpft und hatte sich verirrt.

Schaf-Mama attackierte ihr eigenes Baby

Die Tierretter machten daraufhin Lars' Mutter ausfindig und brachten sie zu ihrem Nachwuchs. Doch die erhoffte Familienzusammenführung verlief alles andere als glücklich. Die Schaf-Mama wollte von ihrem Baby zunächst nichts wissen. "Wir haben dann seine Mutter zu Lars dazugeholt, aber die hat Lars nicht angenommen und sogar attackiert. Da ist nie eine Mutter-Kind-Beziehung entstanden", berichtet Scheidl.

Die Pfleger ließen trotzdem nicht locker. Immer wieder führten sie die beiden vorsichtig zusammen. Anfangs lebten Mutter und Sohn Gitter an Gitter, damit sie sich langsam aneinander gewöhnen konnten. Inzwischen gibt es kleine Fortschritte: Lars darf gelegentlich bei seiner Mama trinken, an ihr schnuppern und gemeinsam mit ihr auf die Wiese.

"Er springt herum wie ein Ziegenbock"

Die größte Freude ist aber Lars selbst. Aus dem schwachen, unterkühlten Lämmchen ist inzwischen ein richtig aufgeweckter kleiner Wirbelwind geworden. "Lars geht es heute sehr gut, er springt herum wie ein Ziegenbock und bekommt schon Hörner", freut sich Scheidl.

Mit seinen kleinen Beinchen saust Lars über die Wiese und genießt die Sonne. Auch bei seinen Rettern hat sich der süße Vierbeiner längst einen besonderen Platz erobert. "Weil er so lieb und nett ist, hat er sich schon als unser kleiner Liebling im Team entwickelt", schwärmt der Tierheimleiter.

So geht es für Lars und seine Mama weiter

Vorerst darf das Lämmchen im Tierschutz bleiben. Die Hoffnung, dass Lars und seine Mutter doch noch zusammenfinden, haben die Pfleger nicht aufgegeben. Eine klassische Mutter-Kind-Beziehung ist zwar nicht entstanden, doch die beiden sollen zumindest als Sozialpartner friedlich miteinander leben können.

"Jetzt bleibt Lars einmal bei uns und wir hoffen, dass wir ihn und seine Mutter als Schaf-Sozialpartner vergesellschaften können", erklärt Scheidl. Und auch hinter dem Namen des kleinen Kämpfers steckt eine rührende Geschichte: Lars wurde nach jenem Mann benannt, der das hilflose Lämmchen aus dem Weinberg zum Tierschutz brachte. Aus dem Sorgenkind ist inzwischen ein echter Herzensbrecher geworden.

VF, 20.10.2026, 07:30
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