Gute Nachrichten für Familien in Niederösterreich! Wer für sein Kind einen HNO-Eingriff (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde) benötigt, musste bisher oft besonders viel Geduld aufbringen. Bis zu 18 Monate betrug die durchschnittliche Wartezeit. Ein neues Projekt am Landesklinikum Klosterneuburg sorgt jetzt für deutliche Entlastung.
Seit September 2025 werden im Rahmen der Initiative "HNÖ hilft!" Kinder mit häufigen Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen operiert – "Heute" berichtete. Nach einem Jahr fällt die Bilanz erfreulich aus: Mehr als 280 Kinder konnten bereits behandelt werden. Die durchschnittliche Wartezeit wurde auf rund neun Monate halbiert.
Möglich wurde das Projekt durch eine Umstrukturierung im Zuge des Gesundheitsplans 2040+. Im Juli 2025 wurde die Geburtshilfe von Klosterneuburg nach Tulln verlegt. Die dadurch frei gewordenen OP-Kapazitäten werden seit September gezielt für HNO-Eingriffe bei Kindern genutzt.
Einmal pro Woche stehen Operationen auf dem Programm. Dabei werden etwa vergrößerte Rachenmandeln, umgangssprachlich "kindliche Polypen", entfernt oder Paukenröhrchen eingesetzt. Seit Mai 2026 gehören auch Teilentfernungen der Gaumenmandeln zum Angebot.
Besonders angenehm für die kleinen Patienten und ihre Eltern: Die Eingriffe erfolgen tagesklinisch. Das bedeutet, dass die Kinder normalerweise noch am Tag der Operation wieder nach Hause dürfen.
"Da der Eingriff unkompliziert verlief und wir gut über die Nachsorge informiert wurden, konnten unsere Töchter schon wenige Stunden später wieder mit uns nach Hause gehen", berichten die Eltern zweier behandelter Mädchen. Initiator und HNO-Facharzt Hannes Brandt führt die Eingriffe persönlich durch. Sein Ziel: Kindern schneller helfen und Familien einen gut planbaren Behandlungsablauf ermöglichen.
Gesundheitslandesrat Anton Kasser (ÖVP) sieht in dem Projekt einen wichtigen Schritt für die medizinische Versorgung. Besonders die deutlich kürzeren Wartezeiten seien ein großer Erfolg. Auch Ärztekammer-Präsident Harald Schlögel lobt die Initiative. Er hofft, dass das Modell künftig in weiteren medizinischen Bereichen Schule macht.
Wer einen Eingriff benötigt, wird über die HNO-Abteilungen in St. Pölten, Krems oder Wiener Neustadt zugewiesen. Ob eine Operation notwendig ist, entscheiden ausschließlich HNO-Fachärzte.
Auch abseits des Kinderprojekts ist in Klosterneuburg einiges los: Knapp 3.000 operative Eingriffe wurden dort 2025 durchgeführt. Von Jänner bis August 2026 waren es bereits 2.189.