Notarzt, Wartezeit, Ärzte

SPÖ sammelt nun Beschwerden über das Gesundheitssystem

Die SPÖ in NÖ startet eine Plattform für Patienten und Beschäftigte. Im Fokus stehen Wartezeiten, Ärztemangel und die Notarztversorgung.
Victoria Carina  Frühwirth
08.10.2026, 06:45
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Lange Wartezeiten auf Untersuchungen, Probleme bei Operationsterminen oder Sorgen um die Versorgung im Notfall: Die SPÖ Niederösterreich will nun direkt von Betroffenen erfahren, wo es im Gesundheitssystem hakt.

SPÖ will Wartezeit auf Arzt erfahren

Unter dem Motto "Wenn Gesundheit Sorgen macht" hat die Partei eine eigene Plattform gestartet. Dort können Patienten, Angehörige und Beschäftigte im Gesundheitsbereich ihre Erfahrungen schildern. Die Angaben sollen laut SPÖ vertraulich behandelt werden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Wie gut ein Gesundheitssystem funktioniert, zeigt sich nicht in Organigrammen und Strukturplänen, sondern dann, wenn ein Mensch Hilfe braucht", erklärt Landesrat Sven Hergovich, Chef von der SPÖ Niederösterreich. Die Partei interessiert besonders, wie lange Patienten auf notwendige Termine warten, ob im Ernstfall rasch genug ein Notarzt verfügbar ist und unter welchen Bedingungen Ärzte, Pflegekräfte und Sanitäter arbeiten müssen.

Nicht die erste Zuhör-Aktion dieser Art

Hergovich verweist dabei auf eine ähnliche Aktion aus dem Jahr 2024. Damals hätten sich unter anderem Eltern über lange Wartezeiten auf HNO-Eingriffe bei Kindern beschwert. Die SPÖ griff das Thema politisch auf. Später wurde in Klosterneuburg ein Angebot für tagesklinische HNO-Operationen geschaffen.

"Das zeigt: Zuhören kann etwas verändern", sagt Hergovich. Wo konkrete Hilfe möglich sei, wolle man tätig werden. Bei größeren Problemen kündigt die SPÖ politischen Druck an.

Notarztversorgung im Fokus

Besonders brisant ist derzeit die Debatte um die Zukunft der Notarztstützpunkte in Niederösterreich. In mehreren Regionen gibt es Sorgen, dass Änderungen bei der Struktur die Versorgung im Ernstfall verschlechtern könnten.

Erzähle uns deine Story!

Wurde dir eine Beihilfe gestrichen? Kannst du dir das Leben kaum mehr leisten? Ist dir gerade etwas besonders Trauriges, Witziges oder Erstaunliches geschehen? Bewegt dich ein anderes Thema? Bist du der Meinung, dass deine Geschichte erzählt werden sollte? Dann melde dich bei uns unter [email protected]. Denn deine Story ist uns wichtig!Mail an uns

Für Hergovich ist die Reihenfolge klar: Zuerst müssten angekündigte Ersatzmaßnahmen und Verbesserungen tatsächlich funktionieren. Erst danach dürfe über weitere Änderungen gesprochen werden. Auch SPÖ-Gesundheitssprecher Rudi Silvan setzt auf möglichst viele Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Häufen sich ähnliche Beschwerden aus mehreren Regionen, könne das auf ein grundsätzliches Problem hinweisen.

Silvan warnt zudem vor einer Zwei-Klassen-Medizin. Es dürfe nicht davon abhängen, wie viel Geld jemand habe, ob ein notwendiger Arzttermin rasch verfügbar sei.

Kritik kommt von ÖVP

Kritik kommt von der ÖVP Niederösterreich. VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner wirft Hergovich vor, die Bevölkerung zu verunsichern. Rotes Kreuz und Samariterbund hätten für die Umstrukturierung der NEF-Stützpunkte bereits entsprechende Ersatzmaßnahmen vorbereitet. "Die Fakten liegen auf dem Tisch – man muss sie nur endlich zur Kenntnis nehmen", so Zauner.

Auch die neue Plattform sieht er kritisch und wirft Hergovich vor, der Patientenanwaltschaft Konkurrenz machen zu wollen. Sein Vorwurf: "Angst schüren ist keine Gesundheitspolitik!"

Feedback ab sofort erbeten

Die SPÖ-Plattform ist ab sofort online. Rückmeldungen können laut Partei anonym oder mit Namen abgegeben werden und sollen künftig auch zeigen, wo es im niederösterreichischen Gesundheitssystem besonders dringend brennt.

VF,08.10.2026, 06:45
Weitere Storys