Austro-Pornostar verrät, was er an Österreich vermisst

Austro-Pornostar Mick Blue mit seiner Frau Annika Albrite (li. Mitte), Allie Haze, Teagan Presley und mit Megan Rain (re.)
Austro-Pornostar Mick Blue mit seiner Frau Annika Albrite (li. Mitte), Allie Haze, Teagan Presley und mit Megan Rain (re.)Instagram/ mickblueracing
Der steirische Pornostar Mick Blue lebt seit 2004 in den USA. Mit "Heute" spricht der 44-Jährige über seine Auswanderung und seine alte Heimat.

Seit mehr als 20 Jahren arbeitet Mick Blue jetzt schon als Pornodarsteller. Der gebürtige Steirer hat in seiner Karriere bis dato über 4.000 professionelle Sex-Szenen gedreht und mit circa 5.000 Frauen vor der Kamera Sex gehabt. Der Österreicher befindet sich an der Spitze der Erotik-Branche und avancierte zu einem der größten Pornostars überhaupt.

Der Grazer ist bei den Preisverleihungen der Sex-Industrie mittlerweile Stammkunde und räumt regelmäßig die wichtigsten Auszeichnungen ab. Egal ob den Venus-, den XRCO- oder den AVN-Award, die höchste Porno-Ehrung, die ein Sex-Akteur bekommen kann. Mick Blue hat sie alle gewonnen - und zwar mehrmals!

Mehr als 150 Mal war der Österreicher für den Porno-"Oscar" bereits nominiert, 2015, 2016 und 2017 gewann er den Award für "Performer of the Year by AVN". Bei den XRCO-Awards wurde er in den Jahren 2015, 2016, 2017 und 2020 ebenfalls als "Male Performer of the Year" ausgezeichnet.

Der Steirer dreht für die größten Porno-Produktionen, darunter "Brazzers", "Private" oder "Digital Playground" und auf seiner "Sex-Liste" versammeln sich die Namen der bekanntesten weiblichen Darstellerinnen. Ob Anikka Albrite (Anm. seine Ehefrau), Jesse Jane, Katsuni, Sasha Grey, Jenna Haze, Brittany Andrews, Kayden Kross, Riley Reid, Nicolette Shea oder Nicole Aniston - die Liste seiner Drehpartnerinnen ist lange, sehr lange.

Augen zu und durch

Der Name Mick Blue ist in der Porno-Branche fest verankert - und zwar sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten von Amerika. Doch der Weg bis dorthin war knallhart und der Österreicher musste oft die Zähne zusammenbeißen. Vor allem zu Beginn seiner Karriere musste der Steirer Ausdauer und Hartnäckigkeit beweisen, denn bis man den Namen Mick Blue kannte, dauerte es eine Zeit.

Und nicht jeder Sex-Dreh war dabei unbedingt ein "Honiglecken". "Vor 20 Jahren hast du in Europa im Prinzip jeden Job nehmen und darüber glücklich sein müssen, den du bekommen hast", erzählt der Steirer gegenüber "Heute". Oft hätte er vor einer Produktion auch gar nicht gewusst, "was ich genau mache oder mit wem."

So sei es etwa auch keine Seltenheit gewesen, dass er seine Dreh-Partnerinnen oftmals gar nicht kannte. Und nicht immer waren die Damen in seinem Alter. "Die härtesten Jobs, die ich als Darsteller gemacht habe, waren die mit älteren Damen", erklärt Mick Blue weiter. Eine Porno-Produktion in Ungarn ist dem Österreicher dabei besonders in Erinnerung geblieben - allerdings nicht unbedingt in guter. Alles über seinen schlimmsten Dreh liest du hier >>>

Doch nicht alle Shootings waren so hart. Der heute 44-Jährige denkt gerne an seine Zeit als junger Pornodarsteller zurück, denn viele Sex-Drehs wie etwa auf Ibizia machten auch richtig viel Spaß und der Österreicher lernte wichtige Leute kennen, wie etwa Hansi Nussbaum, von dem der Steirer auch seinen Namen "Mick Blue" bekam. Das erste Treffen mit dem deutschen Produzenten verlief dann aber doch etwas anders als erwartet.

Der junge Mick Blue und sein großer Traum

Zu Beginn seiner Porno-Karriere drehte der gebürtige Grazer dabei in erster Linie in Europa, den Wunsch gleich in die USA auszuwandern, verspürte Mick Blue also nicht. "Als ich angefangen habe, hatte ich nicht das Ziel nach Amerika zu gehen. Ein Ziel oder einen Traum, den ich gehabt habe war es, dass ich einmal für 'Private' drehen kann", sagt der Steirer zu "Heute".

Und diesen Traum habe sich der Österreicher auch "relativ schnell" erfüllen können. Die Porno-Firma "Private" sei damals nämlich jenes Unternehmen gewesen, dass "in dieser Zeit die hübschesten Mädels" hatte. Rückblickend seien vor allem die Jahre 2000 und 2001 in Europa als Pornodarsteller sehr gut gewesen. "'Private' hatte große Produktionen in Tschechien, Ungarn, Italien oder den Karabischen Inseln", erinnert sich Blue.

Es sei auch jene Zeit gewesen, in der amerikanische Produktionen nach Europa gekommen seien, um Pornos zu drehen. Im Jahr 2004 habe sich dann schließlich abgezeichnet, dass in Europa ein Produktionseinbruch stattfindet. "Der Grund war, dass immer mehr Haushalte eigene Computer mit Internet zu Hause gehabt haben", erklärt der 44-Jährige. Damit sei es dann viel einfacher gewesen auf freien Erotik-Seiten Pornos zu sehen ohne dafür zahlen zu müssen.

"Dadurch haben sehr viele Porno-Firmen in Europa sehr großen Verlust erlitten und das hat sich natürlich auch auf die Produktionen ausgewirkt", stellt Blue im Gespräch mit "Heute" klar. In den Vereinigten Staaten von Amerika sei dies aber anders gewesen, "weil es in den USA viel länger gebracht hat, bis Haushalte eigene Computer und Internet gehabt haben."

Der Sprung über den großen Teich

Das sei auch einer der Gründe, warum sich die Erotik-Branche in Amerika besser gehalten habe. "Und deshalb bin ich im Jahr 2004 schließlich auch in die USA gegangen, um dort als Pornodarsteller zu arbeiten", erklärt der 44-Jährige die Beweggründe für seine Auswanderung in die Staaten.

Mittlerweile sind 17 Jahre vergangen und Mick Blue lebt noch immer in Amerika. In den USA hat der Steirer dabei nicht nur eine neue Heimat gefunden, sondern auch seine große Liebe Anikka Albrite kennengelernt. Mit der 32-Jährigen ist Blue seit 2014 verheiratet und die beiden leben mit ihren zwei Kindern in Los Angeles.

Doch denkt der 44-Jährige nach all den Jahren in den Vereinigten Staaten überhaupt noch an seine alte Heimat? "Sicher, meine ganze Familie lebt noch in Österreich. Und wenn jetzt nich gerade die Covid-Zeit ist, dann bin auch einmal im Jahr für circa zwei Wochen dort", erzählt Blue gegenüber "Heute".

Berge, Seen und Bäckereien

Und was fehlt Mick Blue am meisten? "Was ich extrem vermisse sind meine Freunde von der Jugendzeit", so der 44-Jährige. Auch das Bergsteigen gehe dem Steirer ab, denn: "Die Bege in der Steiermark sind einfach ein Wahnsinn. Und natürlich die Seen, wie den Wörthersee in Kärnten. Die sind schon super toll", schwärmt Blue weiter.

Es gibt aber noch einen weiteren Punkt, den der Österreicher auf keinen Fall auslassen möchte. "Ich vermisse auch das leckere Essen und die guten Bäckereien. Denn die meisten Sachen, die du in Amerika bekommst, sind süß." Viele Gründe also für einen Besuch seiner alten Heimat - wann der nächste stattfindet, ist aufgrund Corona aber noch nicht festgelegt.

Im nächsten Teil der "Mick Blue"-Reihe am 5. Juni wird es privat! Der Österreicher verrät, wie seine Familie auf seine Berufswahl reagiert hat, ob seine Eltern jemals einen Pornofilm von ihm gesehen haben und auf ihn stolz sind und welche Rolle ein Auftritt bei der "Barbara Karlich Show" dabei spielte.

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