Pampa del Leoncito

Autorowdy im Naturschutzgebiet - 100 Jahre Zerstörung

Ein Autofahrer hat in einem argentinischen Naturschutzgebiet tiefe Reifenspuren hinterlassen. Die Schäden könnten noch Jahrzehnte sichtbar bleiben.
Newsdesk Heute
14.08.2026, 19:56
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Tiefe Reifenspuren ziehen sich durch eine sonst nahezu unberührte weiße Landschaft im Norden Argentiniens. Ein 46-jähriger Autofahrer ist mit seinem Pickup trotz Fahrverbots in die geschützte Pampa del Leoncito gefahren – nach Einschätzung der Behörden könnten die hinterlassenen Schäden noch Jahrzehnte sichtbar bleiben.

Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend. Der Arzt Agustín Añó fuhr mit seinem weißen Pickup rund eine Meile durch das Naturschutzgebiet, bevor das Fahrzeug im weichen Untergrund stecken blieb.

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Pickup bleibt im Schutzgebiet stecken

Añó versuchte zunächst zurückzusetzen. Anschließend verwendete er eine Leiter, um den Wagen aus dem Schlamm zu bekommen. Die Bergungsversuche blieben jedoch erfolglos.

Schließlich lud der 46-Jährige ein Motorrad von der Ladefläche und fuhr damit davon. Dabei hinterließ er eine weitere Spur in der geschützten Landschaft.

Añó erklärte später, dass es bereits dunkel gewesen sei und er die Schilder mit dem Einfahrtsverbot nicht gesehen habe.

Furche bis zu 25 Zentimeter tief

Der Bürgermeister von Calingasta, Sebastián Carbajal, machte sich vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Schäden. "Seht euch die Spurrille an, den Schaden, den es angerichtet hat", sagt er in einem in sozialen Medien veröffentlichten Video.

Bei den Versuchen, den festgefahrenen Pickup zu befreien, entstand nach Angaben der Behörden eine bis zu 25 Zentimeter tiefe Furche.

Carbajal geht davon aus, dass die Spuren fast ein Jahrhundert benötigen könnten, um vollständig zu verschwinden. Er fordert deshalb eine harte Strafe für den Fahrer.

Auto darf vorerst nicht geborgen werden

Der Pickup befindet sich weiterhin im Naturschutzgebiet. Ein Gericht ordnete an, das Fahrzeug zunächst dort zu belassen. Erst wenn der Wasserstand zurückgegangen ist, darf es entfernt werden. Damit sollen weitere Schäden bei einer Bergung verhindert werden.

Wegen des Vorfalls und der jüngsten Regenfälle bleibt der Zugang zur Pampa del Leoncito bis Ende des Monats eingeschränkt. Die Niederschläge haben das empfindliche Ökosystem zusätzlich gefährdet.

Auch die Leiterin des Kulturerbes von San Juan, Gladys González, reagierte auf den Vorfall. "Was dieses Wochenende in Pampa del Leoncito passiert ist, ist sehr bedauerlich", erklärte González am Mittwoch.

Nach ihrer Einschätzung werden die Schäden über Jahrzehnte bestehen bleiben. Der aktuelle Fall sei zudem schwerwiegender als frühere Verstöße etwa mit Quads.

Geldstrafe droht

Der zuständige Friedensrichter Andrés Troche erklärte, Añó habe sich selbst bei den Behörden gemeldet und seine Darstellung des Vorfalls abgegeben.

"Er gab an, aufgrund der einbrechenden Dunkelheit und des Regens unerwartet in Schwierigkeiten geraten zu sein. Das ist aber nicht zu übersehen, und außerdem kennt er die Gegend gut. Er überquerte sie am Samstag gegen 20:00 Uhr", erklärte der Richter.

Nach den geltenden Bestimmungen droht für die verursachten Schäden eine Geldstrafe von bis zu 1,5 Millionen Pesos, umgerechnet rund 869 Euro. Bürgermeister Carbajal hält das angesichts des Ausmaßes allerdings für zu wenig.

"Derzeit bearbeitet der Friedensrichter des Departements Calingasta den Fall, aber aufgrund der Schwere des Vorfalls ist es möglich, dass er die Anzeige an die Strafverfolgungsbehörden weiterleitet. Wir wollen dies erreichen und außerdem einen Gesetzentwurf zum Schutz dieses Kulturerbes in die Abgeordnetenkammer einbringen", sagte Carbajal.

Er fordert Konsequenzen, die auch andere abschrecken sollen. "Ich hoffe, es wird eine exemplarische Strafe sein, denn nur so können wir die Menschen zur Selbstbeherrschung bewegen, was uns bisher nicht gelungen ist", bedauerte er.

Einzigartige Landschaft unter Schutz

Die Pampa del Leoncito ist rund zwölf Kilometer lang und etwa fünf Kilometer breit. Sie liegt auf rund 1.500 Metern Höhe am tiefsten Punkt des Calingasta-Tals. Vor etwa 10.000 Jahren befand sich dort eine große Lagune.

Heute erscheint das Gebiet als weitläufige weiße Ebene. Niederschläge sammeln sich dort, bevor das Wasser durch Hitze und trockenen Wind verdunstet und Tonsedimente zurückbleiben.

Seit 2002 gehört die Landschaft zum Nationalpark El Leoncito. Dieser ist der erste Nationalpark Argentiniens, zu dessen offiziellen Aufgaben auch der Schutz des Nachthimmels gehört.

Mit mehr als 300 klaren Nächten pro Jahr bietet die Region besonders gute Bedingungen für astronomische Beobachtungen. Dort befinden sich mit dem Astronomischen Komplex El Leoncito (CASLEO) und der Astronomischen Station Carlos Ulrico Cesco zwei international bekannte Einrichtungen zur Beobachtung des Weltraums.

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