Im Streit um den Eisenbahn-Kollektivvertrag erhöht die Gewerkschaft vida den Druck auf die Arbeitgeber. Rund 400 Betriebsrätinnen und Betriebsräte haben am Donnerstag in Wien beschlossen, bei einem neuerlichen Scheitern der Verhandlungen Betriebsversammlungen vorzubereiten. Die nächste Gesprächsrunde findet am 10. November statt.
Nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden liegen die Positionen weiterhin auseinander. Die vida fordert für rund 55.000 Beschäftigte in 98 Eisenbahnunternehmen einen vollen Ausgleich der rollierenden Inflation von 3,26 Prozent. Außerdem verlangt sie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 38,5 Stunden sowie Maßnahmen, um die Berufe auf der Schiene attraktiver zu machen.
Sollte es auch am 10. November zu keiner Einigung kommen, will die Gewerkschaft den Druck in den Betrieben erhöhen. Die Betriebsrätekonferenz hat dafür grünes Licht gegeben. Konkrete Betriebsversammlungen sind damit noch nicht angesetzt, sollen bei einem neuerlichen Scheitern aber vorbereitet werden.
Für den Fall, dass die Arbeitgeber bei den Rahmenbedingungen keine Änderungen akzeptieren, hat die Gewerkschaft eine alternative Forderung beschlossen: Dann sollen die Löhne und Gehälter um rund 3,9 Prozent steigen.
Dieser Wert setzt sich laut vida aus der rollierenden Inflation von 3,26 Prozent, einem Ausgleich von 0,3 Prozentpunkten aus dem Abschluss 2025 und einem weiteren Anteil von 0,3 Prozentpunkten an der Wertschöpfung 2026 zusammen.
vida-Verhandlungsleiter Gerhard Tauchner betont, dass die Gewerkschaft an der 38,5-Stunden-Woche für alle Eisenbahnunternehmen festhält. Unterschiedliche Arbeitszeitregeln würden aus Sicht der vida den Wettbewerb zwischen den Betrieben auf Kosten der Beschäftigten verzerren.
Die Gewerkschaft erklärt, am 10. November weiterhin eine Einigung anzustreben. Sollte es erneut keine Bewegung geben, sollen Betriebsversammlungen den nächsten Schritt im Arbeitskampf markieren.
Ob es tatsächlich dazu kommt, hängt vom Verlauf der vierten Verhandlungsrunde ab. Ändern allerdings die Betriebsversammlungen auch nichts, dürfte es Vollgas Richtung Streik gehen.