KV-Verhandlungen IT-Branche

Weiter Streit um mehr Geld für 90.000 Beschäftigte

Bei den Gehaltsverhandlungen für über 90.000 IT-Beschäftigte gibt es weiter keine Einigung. Die Arbeitgeber bleiben bei ihrem bisherigen Angebot.
05.11.2026, 18:25
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Sechs Stunden wurde verhandelt, doch eine Einigung ist nicht in Sicht. Die zweite Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die über 90.000 Beschäftigten der österreichischen IT-Branche ist am Donnerstag ohne neues Angebot der Arbeitgeber zu Ende gegangen. Das teilte die Gewerkschaft GPA mit.

Die Gewerkschaft fordert weiterhin eine Erhöhung der Mindestgehälter, der tatsächlichen Gehaltssumme und der Lehrlingseinkommen um 3,9 Prozent. Die Arbeitgeber bleiben hingegen bei ihrem bisherigen Angebot: 1,2 Prozent mehr für die Summe der tatsächlich bezahlten Gehälter und 2 Prozent für die kollektivvertraglichen Mindestgehälter.

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Gewerkschaft ist empört

Bei der GPA stößt das Angebot auf scharfe Kritik. "Das vorliegende Angebot ist weder akzeptabel noch ein ernstzunehmender Startwert für seriöse Verhandlungen", erklärt Chefverhandlerin Birgit Patzak-Windisch.

Die Gewerkschaft wirft der Arbeitgeberseite vor, die wirtschaftliche Lage der Branche schlechter darzustellen, als sie tatsächlich sei. "Das ganze Jahr die Branche zu bejubeln, um während der KV-Verhandlungen plötzlich schwarze Gewitterwolken zu entdecken, ist ein durchschaubares Manöver", kritisiert Patzak-Windisch.

Die IT-Unternehmen stünden außerdem im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte. Auch Betriebe aus anderen Branchen würden verstärkt IT-Fachkräfte suchen und mit guten Gehältern werben. Wer diese Mitarbeiter halten wolle, müsse entsprechend bezahlen, argumentiert die Gewerkschaft.

Branche wächst deutlich stärker als die Wirtschaft

Als Beleg für ihre Forderungen verweist die GPA auf die aktuellen Wirtschaftszahlen. Laut Herbstprognose des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO dürfte die reale Wirtschaftsleistung im Bereich Information und Kommunikation heuer um 2,2 Prozent wachsen.

Für die gesamte österreichische Wirtschaft werden hingegen lediglich 0,9 Prozent Wachstum erwartet. Bereits 2025 hatte der Bereich Information und Kommunikation um 2,2 Prozent zugelegt. Auch die Umsatzzahlen führt die Gewerkschaft ins Treffen: Mit 44,31 Milliarden Euro seien die Erlöse der Branche gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent gestiegen.

Die wirtschaftliche Entwicklung müsse sich deshalb auch in den Gehaltsabschlüssen widerspiegeln, fordert Patzak-Windisch. Gute Arbeit koste nun einmal Geld.

Nächste Runde am 23. November

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 23. November angesetzt. Bis dahin bleiben die Forderungen der Gewerkschaft und das Angebot der Arbeitgeber unverändert.

tmw, 05.11.2026, 18:25
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