Fünf Millionen Euro, ein teures Jagdgewehr und schwere Anschuldigungen: Am Donnerstag ging der Prozess gegen Signa-Gründer René Benko am Landesgericht Innsbruck in die entscheidende Phase.
Am frühen Abend fiel das Urteil: Im Betrugsvorwurf in der Causa Haselsteiner wurde Benko schuldig gesprochen. Da es sich um schweren Betrug handelt, fasst der Immo-Pleitier eine Zusatzstrafe von zwei Jahren unbedingter Haft aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Richter Norbert Hofer sah den Schaden an der Hans Peter Haselsteiner Familienstiftung als gegeben an. "Herr Haselsteiner ist offenbar ein sehr gutmütiger Mensch und hat sich bereit erklärt, seinen Gesellschafteranteil zur Rettung der SportScheck zuzuschießen."
Zum Vorwurf der betrügerischen Krida rund um das wertvolle Jagdgewehr wurde Benko freigesprochen. Ein Vorsatz sei nicht nachzuweisen, so Richter Hofer in der Urteilsverkündung. "Man müsse Benko zugutehalten, dass er die Waffen immer gleich gelagert habe und keine Maßnahmen gesetzt hat, um die Scheiring-Doppelbüchse zu verstecken", heißt es.
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hatte dem 49-Jährigen vorgeworfen, seinen früheren Geschäftspartner Hans Peter Haselsteiner (82) mit einer falschen Zusicherung getäuscht zu haben.
Damals kaufte die Haselsteiner Familien-Privatstiftung Aktien der Signa Development um fünf Millionen Euro. Eigentlich sollte der Kaufpreis mit Dividendenansprüchen der Stiftung verrechnet werden.
Laut Anklage soll Benko Haselsteiner jedoch dazu bewegt haben, die fünf Millionen Euro tatsächlich bereitzustellen. Dafür habe er persönlich garantiert, dass das Geld zurückgezahlt werde, falls die Dividenden nicht ausreichen sollten.
Dabei wurden auch ein abgehörtes Telefonat zwischen Benko und Haselsteiner zum Thema. Die Gespräche stammen aus der Zeit nach dem Zusammenbruch des Signa-Konzerns. Darin machte Haselsteiner seinem ehemaligen Geschäftspartner Vorwürfe und zeigte sich offenbar überzeugt, von ihm hingehalten worden zu sein.
Neben dem Millionengeschäft stand auch ein aufwendig mit Gold verziertes Jagdgewehr im Wert von rund 80.000 Euro im Fokus. Die WKStA hatte Benko vorgeworfen, die Waffe vor dem Insolvenzverwalter verborgen zu haben.
Benko bestritt vor Gericht, die Waffe absichtlich versteckt zu haben. Sie sei "einfach übersehen worden", erklärte er. Dass er das Gewehr bei sich hatte, begründete er damit, dass er der "waffenrechtlich Verantwortliche" gewesen sei.
Für Benko ist es nicht das erste Strafverfahren. Ende September wurde er in Innsbruck in einer anderen Causa wegen betrügerischer Krida zu 30 Monaten unbedingter Haft verurteilt. Mit dem heutigen Schuldspruch wird nun eine Zusatzstrafe ausgefasst.
Benko befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft, die er mit einer Fußfessel in einer Wohnung in Innsbruck verbringt.