Milliardenpleitier René Benko steht am 4. und 5. November erneut in Innsbruck vor Gericht. Er muss sich wegen des Vorwurfs schweren Betrugs und betrügerischer Krida verantworten; es gilt die Unschuldsvermutung. Es ist der bereits dritte Prozess rund um den Zusammenbruch seines einstigen Signa-Immobilienimperiums.
Im Mittelpunkt stehen eine Millionengarantie für die Stiftung seines früheren Geschäftspartners Hans Peter Haselsteiner (82) und ein besonders wertvolles Jagdgewehr.
Ins Gericht kam Benko dieses Mal nicht aus dem Gefängnis, sondern aus seinem neuen Zuhause – einer 60-Quadratmeter-Wohnung in Innsbruck in der Nähe der Villa seiner Familie. Dort lebt er jetzt mit Fußfessel. Der elektronische Hausarrest statt Häfn war ihm am 14. Oktober bewilligt worden.
Der Prozessauftakt am Mittwoch war also Benkos erster Auftritt mit Fußfessel. Um circa 8:45 Uhr betrat er den Gerichtssaal, unter Blitzlichtgewitter.
Der 49-Jährige trägt einen dunklen Anzug mit feinen Nadelstreifen, weißes Hemd, silbrig graue Krawatte. Der Dreitagebart ist akkurat getrimmt, die Frisur sitzt. Deutlich erkennbar sind graue Strähnen...
Ausgerüstet ist Benko mit einer Aktentasche aus feinem dunklen Leder, darin sind wohl seine Gerichtsunterlagen. In seiner Innsbrucker Wohnung dürfte er sich in den letzten Wochen intensivst auf den Prozess vorbereitet haben. Dort standen ihm auch seine elektronischen Unterlagen, E-Mails etc. zur Verfügung – in der U-Haft war ihm das verweigert worden. Sein Anwalt, der renommierte Wirtschaftsstrafrechtler Norbert Wess, hatte das mehrmals heftig kritisiert.
Zu Prozessbeginn bekannte sich Benko "nicht schuldig". Der Prozess ist für zwei Tage angesetzt, ein Urteil wird am Donnerstagabend erwartet. Es drohen bis zu zehn Jahre Haft.