Schließung der Signa Prime

Aus für Benkos Immobilienreich – Milliarden noch offen

René Benkos Immobiliengesellschaft Signa Prime steht vor der Schließung. Trotz Milliardenforderungen läuft der Verkauf von Luxusimmobilien weiter.
05.11.2026, 15:43
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Das Park Hyatt in Wien, das Goldene Quartier und die historische Postsparkasse: Einige der bekanntesten Immobilien aus dem früheren Signa-Reich von René Benko sind mit der Signa Prime verbunden. Nun steht die Gesellschaft vor einem wichtigen Schritt im Insolvenzverfahren.

Wie aus dem fünften Insolvenzbericht von Masseverwalter Norbert Abel hervorgeht, soll die Unternehmensschließung mit 30. November 2026 beantragt werden. Darüber berichtete die "Presse".

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Das bedeutet allerdings nicht, dass das Insolvenzverfahren beendet ist. Vielmehr handelt es sich um einen gerichtlich angeordneten Schritt, mit dem die weitere Abwicklung vereinfacht werden soll. Die Gesellschaft bleibt im Konkurs. Ihr Vermögen soll nun vollständig verwertet werden.

Nur noch sechs Mitarbeiter bleiben

Mit der Schließung werden auch die Unternehmensstrukturen deutlich verkleinert. Derzeit beschäftigt Signa Prime 13 Mitarbeiter in Österreich, einen in Deutschland und vier in Luxemburg. Künftig sollen insgesamt nur noch sechs Personen für die Abwicklung zuständig sein. Dazu zählen auch die beiden Vorstände Klemens Wandl und Markus Beuchert.

Die Gesellschaft ist laut Insolvenzbericht derzeit zahlungsfähig. Die Verwertung ihrer Immobilien und Beteiligungen läuft jedoch weiter.

Park Hyatt könnte bald verkauft werden

Besonders im Fokus steht das Wiener Luxushotel Park Hyatt Am Hof. Für die Immobilie laufen derzeit exklusive Verkaufsverhandlungen mit der JR Investment GmbH. Hinter dem Unternehmen steht die Privatstiftung des oberösterreichischen Industriellen Josef Rainer.

Ein Abschluss wird laut Insolvenzbericht für Ende 2026 oder Anfang 2027 angestrebt. Fix ist der Verkauf allerdings noch nicht. Bereits zuvor waren Gespräche über die Immobilie gescheitert.

Für die Gläubiger ist außerdem entscheidend, wie viel Geld tatsächlich bei Signa Prime ankommt. Vom Verkaufspreis müssen zunächst Finanzierungen und vereinbarte Erlösverteilungen berücksichtigt werden.

Auch Goldenes Quartier soll weg

Parallel dazu wird an weiteren Immobilienverkäufen gearbeitet. Beim Goldenen Quartier in Wien soll das Verfahren bis Ende Juni 2027 abgeschlossen sein.

Die ebenfalls zum früheren Signa-Imperium gehörende Postsparkasse wird in einem eigenen Insolvenzverfahren verwertet. Dieses ist laut Bericht bereits weit fortgeschritten, ein konkreter Verkaufsabschluss bleibt aber offen.

In Innsbruck ist ein wichtiger Verkauf bereits gelungen: Das Kaufhaus Tyrol ging an eine Gesellschaft aus dem Umfeld von Horn beziehungsweise der Investorengruppe rund um Peek & Cloppenburg. Für weitere Innsbrucker Immobilien werden Käufer gesucht.

82 Millionen Euro bereits zurückgeholt

Zusätzlich zu den Immobilienverkäufen versucht Masseverwalter Abel, Geld aus früheren Geschäften und Zahlungen zurückzuholen. Durch gerichtliche und außergerichtliche Anfechtungen flossen bisher rund 82,2 Millionen Euro zurück.

Darin enthalten sind 15 Millionen Euro aus einem Vergleich mit der Schweizer Bank Julius Bär. Das Geld wurde im August 2026 in zwei Teilbeträgen überwiesen. Weitere Verfahren laufen. Einige davon sollen im ersten Quartal 2027 fortgesetzt werden.

Auch mögliche Haftungsansprüche gegen frühere Signa-Verantwortliche werden weiterverfolgt. Gespräche über eine umfassende außergerichtliche Einigung unter Einbindung der Insolvenzverfahren von Signa Holding und Signa Development dauern an.

Kein Verjährungsrisiko

Geplante gerichtliche Schritte wurden vorerst verschoben. Ein Verjährungsrisiko besteht laut Bericht nicht, weil frühere Verantwortliche entsprechende Verzichtserklärungen unterzeichnet haben.

Die Dimension der Signa-Pleite bleibt gewaltig. Insgesamt wurden bei Signa Prime Forderungen in Höhe von 10,96 Milliarden Euro angemeldet.

Davon hat Masseverwalter Abel rund 5,07 Milliarden Euro anerkannt. Weitere 5,88 Milliarden Euro wurden bestritten. In den anerkannten Forderungen sind 1,31 Milliarden Euro enthalten, die nur unter bestimmten Bedingungen schlagend werden.

Im Juni 2026 waren noch 11,74 Milliarden Euro angemeldet gewesen. Mittlerweile wurden Forderungen von insgesamt rund 4,08 Milliarden Euro eingeschränkt oder zurückgezogen. Weitere Reduktionen von mehr als einer Milliarde Euro werden erwartet.

Gläubiger müssen weiter warten

Die meisten laufenden Verkaufsverfahren sollen bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Erst dann dürfte sich genauer abschätzen lassen, wie viel Geld für die Gläubiger übrig bleibt.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Erlöse deutlich unter den früheren Immobilienbewertungen aus Benkos Zeiten liegen. Trotz der Milliardenforderungen dürften die Gläubiger letztlich nur einen vergleichsweise kleinen Teil ihres Geldes zurückbekommen.

red, 05.11.2026, 15:43
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