Viel zu wenig Regen

Österreich trocknet aus: Jetzt schlägt Minister Alarm

Österreich leidet weiter unter Trockenheit. Im Oktober fiel 36 Prozent weniger Regen als üblich. Besonders kritisch ist die Lage am Neusiedler See.
05.11.2026, 11:53
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Österreich kommt aus der Trockenheit nicht heraus. Das Umweltministerium veröffentlichte am Donnerstag neue Zahlen zum Wasserhaushalt, die wenig Gutes verheißen: Im Oktober führten 95 Prozent der untersuchten Flusspegel wenig oder sehr wenig Wasser. Auch die Grundwasserstände sind vielerorts alarmierend niedrig.

Besonders angespannt ist die Situation am Neusiedler See. Sein Wasserstand sank Ende Oktober auf 114,90 Meter über Adria. Damit fehlten nur noch drei Zentimeter zum historischen Tiefststand aus dem Jahr 2022.

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36 Prozent weniger Regen als üblich

Österreichweit fielen im Oktober durchschnittlich nur rund 57 Millimeter Niederschlag. Das sind 36 Prozent weniger als im langjährigen Durchschnitt. Besonders trocken war es laut Umweltministerium in Wien, Kärnten und der Steiermark.

Dazu war der Oktober deutlich wärmer als üblich. Die Temperaturen lagen österreichweit um 1,3 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. In Salzburg betrug die Abweichung sogar 2,0 Grad, in Tirol 1,8 Grad.

Das Problem besteht schon länger: Von August bis Oktober fiel in Österreich insgesamt um 32 Prozent weniger Niederschlag als gewöhnlich.

Grundwasserspiegel besorgniserregend niedrig

Die anhaltende Trockenheit zeigt sich mittlerweile deutlich auch unter der Erdoberfläche. An rund 90 Prozent der ausgewerteten Grundwassermessstellen wurden niedrige oder sehr niedrige Wasserstände registriert.

Während sich die Lage im Westen regional geringfügig verbesserte, ging es in Kärnten und der Steiermark weiter bergab. Dort nahm der Anteil der Messstellen mit besonders niedrigem Grundwasserstand zu.

Auch bei den Flüssen ist die Situation angespannt. Vor allem im Osten und Süden Österreichs floss im Oktober außergewöhnlich wenig Wasser. Beim Bodensee lag der Pegel Ende des Monats nur acht Zentimeter über dem saisonalen Minimum.

Trinkwasserversorgung laut Minister gesichert

Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) sieht die Entwicklung mit Sorge. "Die fehlenden Niederschläge der vergangenen Monate machen sich auch im Oktober deutlich bemerkbar: Die Wasserstände in unseren Flüssen und im Grundwasser bleiben vielerorts niedrig", warnt er.

Bei der Trinkwasserversorgung gibt der Minister allerdings Entwarnung: Sie sei in Österreich trotz der schwierigen Situation großflächig gesichert.

Damit das auch bei längeren Trockenperioden so bleibt, will Totschnig weiter in die Wasserinfrastruktur investieren. Seit 1993 wurden laut Minister 18.254 Trinkwasserprojekte mit insgesamt rund einer Milliarde Euro unterstützt.

Und: Solche Investitionen seien auch künftig notwendig, um die Trinkwasserversorgung abzusichern, so Umweltminister Norbert Totschnig.

Womöglich Entspannung in den nächsten Wochen

Zumindest beim Wetter könnte sich die Lage in den kommenden Wochen etwas entspannen. Das Umweltministerium verweist auf eine Prognose der GeoSphere Austria vom 29. Oktober.

Demnach dürfte die erste Novemberhälfte zunächst eher kühl und trocken verlaufen. In der zweiten Novemberwoche könnten die Regenmengen wieder näher an den langjährigen Durchschnitt herankommen.

Für die zweite Novemberhälfte rechnen die Meteorologen mit zunehmend milderem und feuchterem Wetter. Dieser Trend könnte bis Anfang Dezember anhalten. Dann sind sogar überdurchschnittliche Temperaturen und Niederschlagsmengen möglich.

Eine schnelle Erholung der Wasserstände ist damit aber noch nicht gesichert. Um die Trockenheit der vergangenen Monate auszugleichen, braucht Österreich über einen längeren Zeitraum ergiebigen Regen.

tmw, Akt. 05.11.2026, 13:19, 05.11.2026, 11:53