Tragischer Fall in Kärnten

Bein nach Routine-OP verloren – Mann erhält nur 200 €

Der Kärntner (66) ist auf Rollstuhl, Prothese und die Hilfe von Freunden angewiesen. Trotz des Verlusts eines Beins fällt er nur in Pflegestufe eins.
Newsdesk Heute
25.01.2026, 16:43
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Eine Routineoperation hatte für einen Kärntner tragische Folgen. Aufgrund einer Arterienverengung kam es während des Eingriffs zu Komplikationen. Am Ende musste dem frisch gebackenen Pensionisten ein Bein abgenommen werden. Sein Leben habe sich dadurch auf einen Schlag ins Negative verändert.

Gegenüber der "Kleinen Zeitung" erzählte der Kärntner, dass man ihm eine Prothese gegeben habe. Mit dieser sei er jedoch nicht klargekommen. Nun sitzt der 66-Jährige die meiste Zeit im Rollstuhl. Unterstützung erhielt er vom Verein "Kärnten in Not". Man half ihm beispielsweise mit der behindertengerechten Einrichtung seiner Wohnung. Dabei fiel den Helfern jedoch etwas Komisches auf.

Anwalt prüft Fall

Der Pensionist erhält trotz eines amputierten Beins nur Pflegestufe eins. Der Kärntner müsse also mit einem Pflegegeld von 200 Euro und 80 Cent im Monat auskommen. Davon gibt er nun mindestens 150 Euro im Monat für "Essen auf Rädern aus". Gelegentlich kocht aber auch eine Freundin für ihn. Auch einen mobilen Pflegedienst müsse der 66-Jährige bezahlen.

Von der "Kleinen" wurde die Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung auf den Fall des Kärntners aufmerksam gemacht. Für Behindertenanwalt Martin Kahlig sei es "ungewöhnlich", dass der Mann nur Pflegestufe eins bekommt. Er werde den Fall nun genau unter die Lupe nehmen.

Auf Hilfe von Freunden angewiesen

Dem Juristen zufolge bestehe die Möglichkeit, einen Verschlechterungsanstrag zu stellen. Dadurch könne der Pensionist mehr Pflegegeld erhalten. Die Entscheidung über die Pflegestufe hat in diesem Fall die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) getroffen. Laut Kahlig brauche man für Pflegestufe eins über 65 Pflegestunden im Monat. Mehr als 95 Stunden pro Monat brauche es für Pflegestufe zwei.

Der 66-Jährige sei derzeit besonders auf private Hilfe angewiesen. Da er alleinstehend ist, übernehmen oft Freunde tägliche Tätigkeiten für ihn. Darunter fallen etwa Einkäufe oder Fahrten zum Arzt.

Erhöhung ist wahrscheinlich

Behindertenanwältin Isabella Scheiflinger vom Verein "Mena" kenne solche Fälle wie den des Kärntners. Ihre Organisation steht für einsame Menschen aller Altersgruppen und Personen ohne Lobby oder sozialen Rückhalt ein. Gegenüber der "Kleinen" beklagt sie, dass sich die Zugangsvoraussetzungen zum Pflegegeld in den letzten 15 Jahren gleich zweimal verschärft hätten.

Trotzdem stellt sie dem 66-Jährigen einen Erfolg in Aussicht. Ihr zufolge sei es im Falle einer Beinamputation sehr wahrscheinlich, dass die Pflegestufe erhöht wird.

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