Kann nicht atmen, nicht essen

Billig-Beauty-OP in Türkei, jetzt ist ganze Nase weg

Der Operations-Tourismus nimmt zu, oftmals mit schlimmen Folgen. Ein Opfer spricht, jetzt braucht er eine "Rekonstruktion" der Nase.
Michael Pollak
12.11.2025, 18:39
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Thomas W. leidet seit Jahren. "Besonders am Anfang, direkt nach der Operation, war es sehr anstrengend", sagt der Vierzigjährige (er will anonym bleiben) im Gespräch mit "Heute". Die Tortur begann vor einigen Jahren, es war mitten in der Pandemie, als der Wiener W. sich zur folgenschweren Operation entschied. Seine Nase sollte korrigiert werden, "aus ästhetischen, aber auch gesundheitlichen Gründen", betont der Patient.

Die Entscheidung fiel damals leicht: Der Eingriff würde in Österreich 18.000 Euro kosten, in der Türkei 'nur' 6.000 Euro. Dazu noch Flug, Aufenthalt, "jetzt weiß ich, es kommt aufs Gleiche", seufzt das OP-Opfer. Die Folgen waren und sind weiterhin schlimm: "Ich kann nicht atmen, reden und essen auch nicht."

Die provisorische Lösung: Der Wiener muss eine Gaumen-Schiene tragen, sonst könnte er nur schwer atmen und weiter keine Nahrung zu sich nehmen.

Was ist geschehen? Nach der ersten Operation in der Türkei intensivierte sich eine Infektion, "es wurde unerträglich", an ein normales Leben war nicht zu denken. Der Knorpel der Nase des Angestellten löste sich komplett auf, sie fiel in sich zusammen: "Ich habe mich nicht mehr rausgetraut, nur mit der Coronamaske im Gesicht."

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Der Zustand verschlechterte sich immer weiter, Thomas W. fand einen Mediziner – wieder in der Türkei –, der sein Gesicht reparieren sollte. "Die haben mir eine Rippe entnommen", beschreibt der immer noch leidende Patient. Damit sollte ein Gerüst für eine neue Nase aufgebaut werden. Kosten: 10.000 Euro.

Nach OP: Nadel im Gesicht vergessen

"Alles auf einmal ging nicht, ich musste für eine weitere Operation noch einmal hinfliegen", sagt Thomas W. im Gespräch mit "Heute". Der Horror setzte sich verstärkt fort: "Eine Nadel wurde bei mir drinnen im Gesicht vergessen."

Der Wiener bekam eine noch schlimmere Infektion, es war überhaupt keine Nase mehr da, nur noch Haut, beschreibt Albert Fuchs, ein österreichischer plastischer Chirurg, der jetzt als "Retter" beigezogen wird.

Der Mediziner der Klinik Landstraße des Wiener Gesundheitsverbunds betreut jetzt Thomas W. Ein "Neubau" der Nase wird gerade minutiös geplant. Mehrere "Korrektur-Eingriffe" sind dafür nötig, beschreibt der Chirurg: "Für die Rekonstruktion werden mehrere Gewebestücke vom Unterarm entnommen."

Klinik Landstraße: Hier werden schon bald die Operationen stattfinden.
Karl Schöndorfer / picturedesk.com

Dann wird das Loch im Gaumen operativ geschlossen bevor noch einmal ein Teil einer Rippe entnommen wird („die wächst wieder nach“), um "ein Gerüst mit Metallplättchen für die Nase aufgebaut wird."

Nächste Etappe: "Von der Stirn wird ein Hautstück nach unten geschlagen um die Nase zu basteln", beschreibt der erfahrene Chirurg.

Fuchs und seine Kollegen schlagen Alarm: "Die Gesellschaft der österreichischen plastischen Chirurgen warnt eindringlich vor günstigen Lockangeboten für Operationen im Ausland." Immer wieder kommt es zu schweren Komplikationen nach solchem Operations-Tourismus.

"Er wird wieder atmen können"

Vor allem: Auch ganz am Ende wird es nie nach normaler Nase aussehen, "aber es geht um die Funktion, er wird wieder atmen, trinken und essen können."

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