Bei der Wiener Austria wächst die Verzweiflung. Nach der 2:3-Niederlage gegen die SV Ried mussten sich die Spieler dem Ärger ihrer mitgereisten Anhänger stellen. Tormann Samuel Sahin-Radlinger zeigte Verständnis für die Wut der Fans – und wusste selbst kaum noch, wie er den nächsten Rückschlag erklären sollte.
"Ich kann das verstehen. Die Fans fahren da ein paar Stunden her und erleben eine Niederlage. Ich weiß gar nicht mehr wie ich mich rechtfertigen soll", erklärte der Austria-Schlussmann nach dem Spiel bei "Sky".
Besonders bitter für die Wiener: Johannes Eggestein hatte die Austria bereits in der 18. Minute in Führung gebracht. Doch Stefan Schwab und Philipp Pomer drehten die Partie noch vor der Pause. Nach einem verwandelten Elfmeter durch Isaac Kiese Thelin gelang Eggestein nur noch der 2:3-Anschlusstreffer.
Sahin-Radlinger konnte seinen Frust nach dem Schlusspfiff nicht verbergen: "Wir sind Austria Wien und müssen überall hinfahren, weil wir die Partien gewinnen wollen. Ich kann zwar nicht für alle sprechen, aber ich will immer alles gewinnen. Ich bin schon wieder brennend, dass wir verloren haben."
Dass seine Mannschaft über 90 Minuten keine konstante Leistung zustande bringt, macht den Tormann besonders wütend. "Deswegen fehlen mir die Worte, dass wir es einfach nicht über 90 Minuten zusammenbekommen."
Auch Doppel-Torschütze Johannes Eggestein fand nach der Niederlage deutliche Worte. "Wenn man drei Gegentore auswärts bekommt, muss man sich fragen, ob man überhaupt verdient hat etwas mitzunehmen. Wenn man es aktuell sieht, ist es einfach nicht gut genug", erklärte der Stürmer.
Vor allem die Fehler in der Abwehr bereiten dem Deutschen Sorgen. "Vor allem im Defensiv-Verhalten ist es aktuell nicht gut genug. Wir bekommen aus dem Nichts Gegentore."
Trotz der sportlichen Krise stellte sich Eggestein ausdrücklich hinter Trainer Stephan Helm. "Ich glaube daran, was wir machen. Ich glaube an unseren Plan. Der Trainer kann nichts dafür, dass wir dreimal hinten denselben Stellungsfehler haben."