Nach der blutigen Messer-Attacke in Bad Vöslau sitzt der Schock bei den Bewohnern des Mehrparteienhauses tief. Eine 27-Jährige soll am Mittwochnachmittag, 16. September, von ihrem Lebensgefährten mit einer Stichwaffe schwer verletzt worden sein. Als die Polizei einschritt, fielen Schüsse. Der Angreifer wurde von einem Polizisten tödlich getroffen – "Heute" berichtete.
Ein Nachbar in der Siedlung erlebte die dramatischen Minuten aus nächster Nähe. Im "Heute"-Gespräch schildert Andreas W. wie es zu dem tödlichen Polizei-Einsatz kam: "Ich habe am Mittwoch gehört, wie die Lebensgefährtin in der Wohnung vom Mann geschrien hat: 'Hilfe! Hilfe! Hilfe!' Der Mann hat zur Frau zurückgeschrien: Du bist selbst schuld. Vielleicht ging es wieder um ihr Streitthema Untreue."
Mehrere Bewohner reagierten sofort. "Es haben ein paar Nachbarn die Polizei gerufen, ich habe auch 133 angerufen und die Situation geschildert. Zuerst kam aber nur eine Polizeistreife mit zwei Leuten", berichtet der Anrainer. Die Beamten hätten jedoch rasch Verstärkung angefordert. Kurz darauf seien weitere Polizisten, Rettungskräfte und auch ein Hubschrauber vor Ort gewesen.
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Dann sei alles sehr schnell gegangen, Polizeikräfte liefen ins Haus, aus dem die Schreie gedrungen waren. Andreas W.: "Ich habe dann die Polizisten zu dem Verdächtigen schreien hören: 'Bitte geben Sie auf!' Aber das hat er scheinbar nicht." Kurz darauf fielen Schüsse aus einer Dienstwaffe. Der Mann, der eine Schere in der Hand gehalten haben soll, starb noch vor Ort.
Wenig später sah der Nachbar, wie die schwer verletzte Frau blutüberströmt aus dem Haus getragen wurde. Die 27-Jährige erlitt mehrere Stichverletzungen und wurde ins Spital gebracht. Laut bisherigen "Heute"-Infos ist die schwer verletzte Frau außer Lebensgefahr.
Zuerst war von einem Messer die Rede, laut "Heute"-Infos dürfte aber eine Schere im Spiel gewesen sein. Ob der Tatverdächtige mit einem Messer oder der Schere zugestochen hatte, ist noch unklar.
Über das Motiv rätselt der Nachbar. Ganz überraschend sei die heftige Auseinandersetzung zwischen dem Paar für die Bewohner allerdings nicht gekommen. "Es gab schon öfter Diskrepanzen zwischen den beiden und Schreiereien", sagt er. Das bestätigte am Mittwoch bereits ein anderer Nachbar.
Auch mit der Polizei dürfte es schon früher Berührungspunkte gegeben haben. Sowohl der Mann als auch seine Partnerin sind amtsbekannt. Im Zusammenhang mit den beiden soll es bereits zuvor Polizeieinsätze gegeben haben. Der 39-Jährige ist zudem vorbestraft, berichtet der "Kurier": wegen Drogenbesitzes, Konsum und Drogenhandel, Eigentumskriminalität und Einbrüchen.
Der Anrainer erzählt zudem, in der Gegend sei auch bekannt gewesen, dass der Mann schon einmal im Gefängnis gewesen sein soll. Der mutmaßliche Scheren-Angriff kommt für den Nachbarn des Verdächtigen unerwartet. Noch vor wenigen Wochen habe er ganz normal mit dem späteren Angreifer gesprochen: "Ich habe diesem Mann sogar noch ein Bier im Gang ausgegeben."
Neue Ermittlungen sollen nun klären, was sich unmittelbar vor den tödlichen Schüssen abgespielt hat. Laut "Kurier" hat die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt eine Obduktion angeordnet. Außerdem wurde ein Sachverständiger für Schießwesen und Ballistik bestellt.
Damit soll unter anderem geklärt werden, wie viele Schüsse tatsächlich abgegeben wurden, aus welcher Distanz gefeuert wurde und wie oft der Mann getroffen wurde. Der Polizei-Einsatz und der Schusswaffengebrauch werden ebenfalls untersucht. Wie "ORF NÖ" berichtet, befindet sich der Polizist, welcher den Verdächtigen erschossen hat, aktuell nicht im Dienst.
"Man sieht noch immer die Blutspuren am Gang und auf der Treppe", sagt der Anrainer. Sie seien zwar notdürftig weggewischt worden – verschwunden ist der Schrecken für die Bewohner damit aber noch lange nicht.