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Schröcksnadel "feuert" Gandler nach WM-Skandal

Nach dem Doping-Skandal bei der nordischen WM in Seefeld zieht ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel erste Konsequenzen: Er trennt sich von Markus Gandler.

Heute Redaktion
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Die beiden ÖSV-Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke wurden in Seefeld des Blutdopings überführt. Trainer und Betreuer beteuern, von den illegalen Machenschaften nichts mitbekommen zu haben.

"Ich stehe unter Schockstarre. Es ist ja nicht das erste Mal – und wie es ausschaut nicht das letzte Mal", meinte Markus Gandler, Chef der rot-weiß-roten Langläufer.

Der 52-Jährige ist ein gebranntes Kind. Bereits bei den Olympischen Spielen 2006 und 2014 gerieten "seine" Sportler in Verruf – aufgefallen sei ihm davor nie etwas.

Der Eklat bei der Heim-WM bringt das Fass nun zum Überlaufen. ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel kündigte an, sich nach der WM von Gandler zu trennen. "Ich glaube nicht an einen sauberen Langlauf-Sport. Gandler ist sicher nicht der Täter, aber wir müssen den Verband neu aufstellen."

Am liebsten würde der 77-Jährige die Langlauf-Sparte komplett aus dem ÖSV verbannen. "Ich werde mich sicher nicht mehr dafür stark machen, dass im Spitzensport für Langlauf Geld ausgegeben wird. Breitensport ja, aber Spitzensport nein."

Gandler nahm den "Rauswurf" zur Kenntnis. "Der Präsident zieht Konsequenzen, irgendwann musste er reagieren. Das ist in Ordnung – aber sicher kein Schuldeingeständnis von mir."

Der langjährige ÖSV-Betreuer fordert zudem Baldauf und Hauke auf, alle Hintermänner zu nennen und Unschuldige zu entlasten. "Das System ist ja nicht für ein paar Langläufer gemacht, sondern für etwas Größeres", fürchtet Gandler.

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