Mitten in der Nacht bricht bei einem Miethaus im Flachgau ein Brand aus – direkt an der Fassade. Drinnen schlafen die Ex-Partnerin des Beschuldigten und ihr neuer Freund. Wenige Wochen später muss sich ein 51-jähriger Salzburger deshalb am Landesgericht Salzburg verantworten.
Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Verhandelt wird vor einem Schöffensenat am Landesgericht Salzburg – berichten die "Salzburger Nachrichten".
Laut Staatsanwaltschaft soll der bislang unbescholtene Mann Anfang Jänner unter Verwendung eines Brandbeschleunigers einen an der Hauswand gelagerten Holzstoß sowie Aufbewahrungsboxen angezündet haben. Das Feuer wurde rasch gelöscht, ein Übergreifen auf den Holzdachstuhl sei laut Anklage jedoch möglich gewesen.
Dem 51-Jährigen wird vorgeworfen, versucht zu haben, "eine Feuersbrunst zu verursachen". In dem Haus befanden sich seine frühere Lebensgefährtin und deren neuer Partner. Eine Fensterscheibe zerbarst, die beiden wurden durch einen lauten Knall und Rauch geweckt, versuchten selbst zu löschen und alarmierten die Feuerwehr.
Im Vorverfahren zeigte sich der Angeklagte reumütig geständig. Er habe das Beziehungsende nicht verkraftet und in einer Kurzschlussreaktion gehandelt. Geleitet wird der Prozess von Richterin Ilona Schalwich-Mózes, Rechtsanwalt Stefan Rieder betreut eines der beiden Opfer.
Das Delikt der versuchten Brandstiftung ist mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren bedroht. Ein Urteil stand zunächst aus.