Die diesjährige Halloween-Nacht war europaweit von Aufrufen zu Gewalt, Vandalismus und Plünderungen begleitet worden. Auch in Österreich war die Sorge vor Ausschreitungen und Krawallen groß – in Wien haben manche Shops sogar sicherheitshalber ihre Schaufenster verbarrikadiert – "Heute" berichtete.
Trotz einer hohen Einsatzdichte gelang es der Bundespolizei, eine potenziell volatile Lage zu beruhigen. In Wien kam es dennoch zu einem brenzligen Vorfall: Ein Verdächtiger soll versucht haben, ein abgestelltes Polizei-Auto mithilfe einer brennbaren Flüssigkeit anzuzünden. Der Wagen wurde bei der Attacke beschädigt.
In einer ersten Bilanz spricht das Innenministerium von einer "erwartungsgemäß intensiven Nacht", für die man jedoch aufgrund von akribischer Planung gewappnet gewesen sei. Der Fokus der Vorbereitungen des Ministeriums lag in einer starken uniformierten Präsenz und schnellem Einschreiten, bundesweit waren viele hundert Beamtinnen und Beamte deshalb zusätzlich zum Regeldienst im Einsatz.
Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung wurden mit Entschlossenheit, konsequent und nach Möglichkeit bereits im Ansatz unterbunden. Durch ein starkes Kräftekalkül, flankiert von Maßnahmen der Sondereinheiten, sendete die Bundespolizei ein deutliches "Zero-Tolerance"-Signal an jegliche Unruhestifter.
Nach der vorläufigen Bilanz kam es bundesweit zu 16 Festnahmen. Zwei dieser Festnahmen betrafen Brandstiftung oder schwere Sachbeschädigung an Streifenwägen in Wien. Es wurden keine verletzten Polizistinnen und Polizisten gemeldet.
Die hohe Polizeipräsenz im öffentlichen Raum schlägt sich auch bei der Anzahl von Personenkontrollen nieder. Im Rahmen dieser Kontrollen wurden bei Verdachtslagen mehrere tausend Identitätsfeststellungen durchgeführt. Es gab mehrere hundert Anzeigen wegen Pyrotechnikmissbrauchs sowie wegen strafrechtlich relevanter Delikte, etwa Sachbeschädigung.
Ferner sanktionierten Polizeibedienstete mehrere hundertmal den Pyrotechnikmissbrauch direkt vor Ort mehrere hundertmal durch Organstrafmandate. Insgesamt wurden Hunderte Kilogramm Pyrotechnik sichergestellt.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bedankte sich ausdrücklich bei der Polizei in allen Bundesländern. "Umsichtige Vorbereitung, wirksame Schwerpunktmaßnahmen im Vorfeld und professionelles Abarbeiten sowie konsequentes Einschreiten haben das gesamte Einsatzgeschehen geprägt."
Im Vergleich zu anderen europäischen Städten sei die Nacht in Österreich relativ ruhig verlaufen, so der Innenminister. "Wir werden und müssen auch in Zukunft alles tun, um Krawalle und Gewalt in diesem Ausmaß bei uns in Österreich zu verhindern. Es gilt Null Toleranz gegenüber Extremismus und Zerstörungswut."