Seit mehr als zwei Jahren beschäftigt ein Algerier Polizei, Gerichte und Asylbehörden. Nun soll der Mann am 30. Juli 2026 nach Algier abgeschoben werden. Ob der gebuchte Flug diesmal tatsächlich stattfindet, ist allerdings offen – über den Fall berichtet aktuell die "Kronen Zeitung".
Der Mann hatte zuletzt seine Schubhaft vor dem Bundesverwaltungsgericht bekämpft. Die Beschwerde wurde abgewiesen. Aus dem 17-seitigen Erkenntnis geht hervor, wie sich der Fall seit Anfang 2024 entwickelt hat.
Der Algerier gab an, zu Jahresbeginn 2024 über die ungarische Grenze illegal nach Österreich eingereist zu sein.
Am 5. April 2024 wurde der Mann wegen eines mutmaßlichen Einbruchsdiebstahls festgenommen. Dokumente konnte er nicht vorweisen, gegenüber der Polizei bezeichnete er sich zunächst als Syrer.
Zwei Tage später stellte er einen Antrag auf internationalen Schutz und gab nun Algerien als Herkunftsland an. Er kam in die Grundversorgung und wurde aus dem Polizeianhaltezentrum entlassen.
Ende Mai konnte seine Identität mithilfe einer Interpol-Mitteilung geklärt werden.
Am 22. Juni 2024 wurde der Algerier nach einem weiteren Diebstahl erneut festgenommen. Bereits am nächsten Tag kam er nach einer Einvernahme wieder frei und tauchte unter, berichtet die Tageszeitung.
Im Oktober 2024 wurde sein Antrag auf internationalen Schutz abgewiesen. Auch eine Beschwerde dagegen blieb erfolglos.
Am 15. November 2024 folgte eine Verurteilung zu zwölf Monaten teilbedingter Haft. Grundlage waren eine Sachbeschädigung sowie ein versuchter Einbruchsdiebstahl. Drei Tage später wurde der Mann entlassen und verschwand erneut, heißt es in der "Krone".
Im März 2025 wurde der Algerier bei einem Suchtgiftdelikt erwischt und wieder festgenommen. Nach einem Termin bei der algerischen Botschaft wurde ein Heimreisezertifikat ausgestellt. Für den 14. Mai 2025 war bereits ein Flug gebucht.
Zwei Tage davor stellte der Mann aus der Schubhaft heraus einen weiteren Antrag auf internationalen Schutz. Der Flug musste daraufhin storniert werden.
Nachdem das Folgeasylverfahren zugelassen worden war, wurde der Algerier am 11. Juni 2025 aus der Schubhaft entlassen. Danach tauchte er laut "Kronen Zeitung" erneut unter.
Am 11. November 2025 wurde der Mann bei einer Personenkontrolle aufgegriffen und in das Polizeianhaltezentrum gebracht. Zwei Tage später kam er jedoch wieder frei und verschwand abermals.
Im Februar 2026 wurde auch sein neuerlicher Antrag auf internationalen Schutz abgewiesen.
Nach einem versuchten Kellereinbruch erfolgte am 14. Mai 2026 die nächste Festnahme. Seither befindet sich der Algerier wegen Fluchtgefahr in Schubhaft, schreibt die "Krone".
Gegen diese Schubhaft legte der Mann Beschwerde ein. Das Bundesverwaltungsgericht wies sie jedoch ab.
"Die hier zu prüfende Schubhaft stellt eine 'ultima ratio' dar, da sowohl ein Sicherungsbedarf als auch Verhältnismäßigkeit vorliegen und ein gelinderes Mittel nicht den Zweck der Schubhaft erfüllt", zitiert die "Krone" das Protokoll.
Für den 30. Juli ist erneut ein Flug nach Algier gebucht. Nach mehreren gescheiterten Anläufen soll die Abschiebung diesmal tatsächlich durchgeführt werden.