Eine Massage gilt für viele als ideale Möglichkeit, um Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen. Doch neue Forschungsergebnisse aus Deutschland legen nahe: Schon kleine Dinge wie das Getränk davor könnten beeinflussen, wie gut sich der Körper tatsächlich entspannt.
Wissenschaftler der Universität Konstanz fanden heraus, dass der Konsum von Glukose – dem Zucker, der nach dem Genuss von Limonade, Saft oder Süßigkeiten ins Blut gelangt – einen Teil des körpereigenen Stresssystems während einer Entspannungsmassage stärker aktivierte als erwartet.
Für die Studie untersuchten die Forscher knapp 100 junge Erwachsene.
Währenddessen wurden unter anderem Herzfrequenz, Blutdruck und Stressreaktionen im Körper gemessen.
Sowohl Massage als auch Ruhe halfen grundsätzlich beim Entspannen. Doch ein entscheidender Unterschied zeigte sich: Zucker aktivierte gleichzeitig das Stresssystem im Körper
Der Körper kam also nicht vollständig zur Ruhe – trotz Massage.
Aber der Zucker blockierte die Entspannung nicht komplett. Das beruhigende Nervensystem wurde weiterhin aktiviert, doch gleichzeitig blieb der Körper in einem gewissen "Alarmzustand". Heißt: Man fühlt sich entspannter – ist es aber körperlich nicht vollständig.
Die Studie zeigte auch einen kleinen positiven Effekt: Teilnehmer mit höherem Blutzucker schnitten bei einem anschließenden Aufmerksamkeitstest besser ab. Heißt: Zucker kann also kurzfristig die Konzentration verbessern – aber auf Kosten der Erholung.
Ob süßer Tee vor dem Yoga, ein Snack vor der Massage oder ein Sportgetränk nach dem Training: Zucker im Blut kann die Entspannungsmechanismen beeinflussen.
Der Körper bleibt dann teilweise im Stressmodus – selbst in eigentlich ruhigen Situationen.