KI hört Depressionen heraus

Das verraten deine Sprachnachrichten über deine Psyche

Eine Studie zeigt: KI kann anhand von Voice Messages Hinweise auf schwere Depressionen erkennen. Bei Frauen lag die Trefferquote bei über 90 Prozent.
Heute Life
27.01.2026, 17:24
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Sprachnachrichten sind längst mehr als ein Trend – sie haben sich für viele zur bevorzugten Form der Kommunikation entwickelt. Ob beim Gehen, Autofahren oder Multitasking: Voice Messages sind schnell aufgenommen, persönlich und vermitteln mehr Emotion als Text.  Warum immer mehr Menschen sprechen statt tippen, sagt viel über unseren Alltag – und unsere Sehnsucht nach Nähe in der digitalen Kommunikation – aus. Vor allem jüngere Menschen greifen gern zu diesem Kommunikationsmittel, zudem sind Voice Messages bei Frauen beliebter als bei Männern.

Depressions-Erkennung per KI

Eine neue Studie aus Brasilien legt nun nahe, dass Sprachnachrichten noch mehr verraten könnten – nämlich etwas über die psychische Verfassung ihrer Absenderinnen und Absender. In der Untersuchung konnte ein KI-System anhand von WhatsApp-Sprachnachrichten mit einer Trefferquote von über 91 Prozent erkennen, ob die Verfasserinnen an einer schweren depressiven Störung litten. Die Teilnehmer hatten in den Audiobotschaften jeweils ihre vergangene Woche geschildert.

Bei männlichen Teilnehmern fiel die Einschätzung schwieriger aus: Hier lag die Genauigkeit des leistungsstärksten Modells bei rund 75 Prozent. Die Forscher vermuten, dass dies unter anderem an der höheren Zahl weiblicher Probandinnen im Trainingsdatensatz sowie an geschlechtsspezifischen Sprachmustern liegen könnte.

Entwickelt wurden die Machine-Learning-Modelle von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät der Santa Casa de São Paulo gemeinsam mit dem Health-Tech-Startup Infinity Doctors. Solche Systeme lernen aus großen Datenmengen typische Muster, um diese auf neue Fälle zu übertragen. Eine frühzeitige Erkennung psychischer Erkrankungen könne entscheidend sein, um Betroffenen rasch eine passende Behandlung zu ermöglichen, betont Studienautor Victor H. O. Otani.

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