Fenster lassen sich nicht nur öffnen, schließen oder kippen. Bei manchen modernen Modellen gibt es eine weitere Möglichkeit: Wird der Griff auf etwa 45 Grad gestellt, kann sich der Fensterflügel wenige Millimeter öffnen.
Diese sogenannte Mikrolüftung ermöglicht einen kleinen, kontinuierlichen Luftaustausch. Die Einstellung kann laut dem Experten Norbert Endres in bestimmten Situationen nützlich sein.
In Schlafräumen kann sie beispielsweise dazu beitragen, den Kohlendioxidgehalt der Raumluft zu senken.
Auch bei Feuchtigkeitsproblemen in der Küche oder bei Unterdruck durch eine Dunstabzugshaube kann ein geringer Luftaustausch helfen.
Allerdings ist die Funktion nicht bei jedem Fenster vorhanden. Ob sie genutzt werden kann, hängt vom jeweiligen Beschlag und Modell ab. Der Griff sollte deshalb nicht ohne Blick in die Herstellerhinweise in eine ungewohnte Position gebracht werden.
Noch wichtiger ist die Sicherheit. Endres warnt laut Utopia, dass Fenster in dieser Stellung aus Sicht des Einbruchschutzes als offen gelten. Sie bieten damit nicht denselben Schutz wie ein vollständig geschlossenes Fenster.
Wer das Haus verlässt oder nachts bei Abwesenheit kein Risiko eingehen will, sollte das Fenster daher vollständig schließen. Die Mikrolüftung ist keine sichere Alternative zum geschlossenen Fenster.
Auch ersetzt ein kleiner Lüftungsspalt nicht in jeder Situation das gezielte Lüften. Wie schnell Feuchtigkeit und verbrauchte Luft abgeführt werden, hängt unter anderem von Raumgröße, Luftaustausch und äußeren Bedingungen ab.