Neue Stromtarife kommen

Neue Stromregeln ab 2027 – das ändert sich für dich

Ab 2027 gelten neue Regeln für Strom-Netzkosten. Wer viele Geräte gleichzeitig nutzt, zahlt mehr als bisher – andere können sparen. Alle Details!
18.10.2026, 18:48
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Auf Österreichs Stromkunden kommt eine wichtige Änderung zu. Ab 1. Jänner 2027 werden die Netzkosten schrittweise nach einem neuen System berechnet. Für manche Haushalte bringt das Einsparungen, für andere kann es teurer werden. Entscheidend ist künftig nicht mehr nur, wie viel Strom du im Jahr verbrauchst, sondern auch, wie stark du das Stromnetz zu Spitzenzeiten beanspruchst.

Bisher richteten sich die Netzkosten für Haushalte überwiegend nach der verbrauchten Strommenge. Künftig soll neben dem Verbrauch auch die höchste bezogene Leistung innerhalb eines 15-Minuten-Zeitraums pro Monat stärker ins Gewicht fallen. Das bedeutet: Wer besonders viele leistungsstarke Geräte gleichzeitig einschaltet, muss unter Umständen tiefer in die Tasche greifen, denn dieser Zeitraum wird auf das gesamte Monat aufgerechnet.

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E-Auto und Wärmepumpe können teuer werden

Besonders aufpassen sollten Haushalte mit Elektroauto und Wärmepumpe. Wird das Auto zu Hause mit voller Leistung geladen, während gleichzeitig die Heizung läuft und weitere große Stromverbraucher eingeschaltet sind, kann eine hohe Leistungsspitze entstehen.

Wer sein E-Auto langsamer lädt oder den Ladevorgang auf mehrere Stunden verteilt, kann solche Spitzen reduzieren. Auch programmierbare Ladezeiten und ein intelligentes Energiemanagement können helfen, den Stromverbrauch besser zu verteilen.

Für durchschnittliche Haushalte ohne besonders leistungsstarke Geräte erwartet die E-Control durch die Umstellung keine wesentlichen Änderungen. Wie stark sich die neuen Regeln im Einzelfall auswirken, hängt allerdings vom jeweiligen Verbrauchsverhalten ab.

Nachts Strom verbrauchen und sparen

Zusätzlich sollen neue Zeitfenster Anreize schaffen, Strom dann zu nutzen, wenn das Netz weniger ausgelastet ist. Bereits von April bis September gibt es zwischen 10 und 16 Uhr einen günstigeren Netztarif. Ab 1. Oktober 2027 soll ein entsprechendes Angebot auch im Winter kommen: Zwischen 23 und 5 Uhr wird dann ein reduzierter Netz-Arbeitspreis vorgesehen.

Wer etwa das E-Auto nachts lädt oder bestimmte Geräte zeitlich flexibel betreibt, kann davon profitieren. Voraussetzung ist, dass sich der Verbrauch tatsächlich in die günstigeren Zeitfenster verschieben lässt.

Eine weitere Möglichkeit zum Sparen ist die flexible Netznutzung. Wer dem Netzbetreiber erlaubt, den Strombezug bei Bedarf zeitweise einzuschränken, kann günstigere Netzkonditionen erhalten. Solche Eingriffe sollen nur erfolgen, wenn sie notwendig sind. Vorgesehen sind maximal zwei Zeitfenster von jeweils zwei Stunden pro Tag.

Umstellung läuft bis Mitte 2028

Die neuen Regeln werden nicht überall gleichzeitig umgesetzt. Der Start ist für Anfang 2027 vorgesehen, spätestens mit 1. Juli 2028 müssen alle Netzbetreiber auf das neue Tarifsystem umgestellt haben.

Die E-Control will damit das vorhandene Stromnetz besser nutzen und teure Ausbaumaßnahmen begrenzen. Nach Berechnungen der Regulierungsbehörde könnten langfristig jährlich rund 300 Millionen Euro an Netzkosten vermieden werden.

Wichtig ist außerdem: Die Reform betrifft die Netzkosten, nicht automatisch den gesamten Strompreis. Wie hoch die persönliche Rechnung ausfällt, hängt weiterhin auch vom gewählten Stromtarif und vom tatsächlichen Verbrauch ab.

red, 18.10.2026, 18:48
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