Stromnetz-Reform ab 2027

Neue Stromtarife fix! Wer künftig mehr zahlt, wer spart

Wer viele Geräte gleichzeitig einschaltet, zahlt künftig mehr. Das sieht eine am Montag von der E-Control präsentierte Marktreform vor.
12.10.2026, 15:27
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Die E-Control hat am Montag die neue Grundsatzverordnung für die Stromnetztarife erlassen. Konkret sollen ab 1. Jänner 2027 neue Regeln gelten, die die Netzkosten deutlich gerechter als bisher auf die Verbraucher aufteilen. Zusätzlich kommen neue Sparmöglichkeiten.

Künftig wird nicht mehr nur entscheidend sein, wie viel Strom jemand unterm Strich pro Jahr verbraucht, sondern auch wie viele Geräte gleichzeitig laufen. Wer etwa sein Elektroauto lädt, während die Wärmepumpe und andere stromintensive Geräte eingeschaltet sind, soll für diese intensive Netznutzung mehr bezahlen.

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Wer Stromverbrauch verteilt, spart Geld

Bisher wurden die Netzkosten für Haushalte zu rund 90 Prozent anhand der verbrauchten Strommenge berechnet. Nun soll schrittweise ein Verhältnis von 50 Prozent Stromverbrauch und 50 Prozent bezogener Leistung eingeführt werden.

Entscheidend ist dabei die höchste Leistungsspitze innerhalb von 15 Minuten pro Monat. Wer solche Spitzen vermeidet, kann seine Netzrechnung senken.

Die Umstellung beginnt Anfang 2027, spätestens mit 1. Juli 2028 müssen alle Netzbetreiber auf das neue Tarifsystem gewechselt haben. Für durchschnittliche Haushalte ohne leistungsstarke Geräte erwartet die E-Control keine Änderungen.

Zu diesen Uhrzeiten wird Strom günstiger

Auch wer dann Strom verbraucht, wenn das Stromnetz nur wenig ausgelastet ist, kann – auch das sieht die Reform vor – sparen. Nach Vorbild des heuer eingeführten "Sommer-Nieder-Arbeitspreises" (SNAP, April bis September zwischen 10 und 16 Uhr) kommt mit 1. Oktober 2027 erstmals auch ein "Winter-Nieder-Arbeitspreis" alias WiNAP. Heißt: Wer ab Oktober im Winter zwischen 23 und 5 Uhr Strom verbraucht, profitiert von einem günstigeren Tarif.

Wer dem Netzbetreiber außerdem erlaubt, seine Stromnutzung bei Bedarf zeitweise einzuschränken, kann das Börsel ebenfalls schonen. Diese flexible Netznutzung ersetzt die bisherigen "unterbrechbaren Tarife", wie sie von 500.000 Kunden genutzt werden.

Solche Eingriffe dürfen laut E-Control nur erfolgen, wenn sie tatsächlich notwendig sind. Vorgesehen sind maximal zwei Zeitfenster von jeweils zwei Stunden pro Tag.

300 Millionen Euro Einsparungen möglich

Ziel ist es, bestehende Netze besser auszulasten, Lastspitzen zu reduzieren und kostspieligen Netzausbau möglichst zu vermeiden. Berechnungen der E-Control zeigen, dass dadurch langfristig rund 300 Millionen Euro an jährlichen Netzkosten vermieden und künftige Netzkosten entsprechend gedämpft werden können.

Voraussetzung dafür ist laut E-Control, dass etwa Speicher oder E-Autos nicht gleichzeitig mit voller Leistung laden, sondern ihre Ladezyklen auf mehrere Stunden verteilen. Das funktioniere aber nur dann, wenn Leistungsspitzen auch etwas kosteten.

„Im Mittelpunkt steht eine stärkere Verursachungsgerechtigkeit, eine effizientere Nutzung der bestehenden Netzinfrastruktur und finanzielle Anreize für netzdienliches Verhalten", so E-Control-Vorstand Michael Strebl.

Laut E-Control-Vorstand Alfons Haber sollten zudem Stromkunden künftig mehr Möglichkeiten bekommen, ihre Netzkosten selbst zu beeinflussen.

tmw, 12.10.2026, 15:27
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