Der irische Billigflieger Ryanair macht Ernst und setzt seine angekündigten Kürzungen am Flughafen Wien um.
Zum Winterflugplan 2026 werden vier Flugzeuge abgezogen und zwölf Strecken eingestellt. Auch ab Linz und Klagenfurt fallen Verbindungen weg.
Damit sind nur noch zwölf Flugzeuge in Wien stationiert – im Sommer waren es noch 14, im vergangenen Winter sogar 16. Von den Kürzungen sind 80 Arbeitsplätze betroffen.
Ryanair-Chef Michael O'Leary wirft Bundeskanzler Christian Stocker Untätigkeit vor, "Heute" hat berichtet. Die Kürzungen seien das direkte Ergebnis seines Versäumnisses.
Ab 25. Oktober werden somit die Verbindungen nach Kopenhagen, Marseille, Tel Aviv, Dubrovnik, Nis, Salerno, Sevilla, Warschau, Lanzarote und Riga sowie die London-Flüge ab Klagenfurt und Linz gestrichen.
Zur Begründung verweist Ryanair auf die zu hohen Kosten in Österreich. Die Regierung habe es versäumt, die Luftverkehrssteuer von zwölf Euro pro Ticket abzuschaffen. Die Gebühren der Flugsicherung seien seit Corona um 60 Prozent, jene des Flughafens Wien um 30 Prozent gestiegen.
Ein im Juni angekündigtes Hilfspaket über 30 Millionen Euro für die Luftfahrt sei unzureichend, so O'Leary. Er fordert Kanzler Stocker auf, dieses Paket zu streichen und stattdessen die Luftverkehrssteuer abzuschaffen.
In Deutschland zieht sich Ryanair komplett aus Bremen zurück – dadurch fallen rund 400.000 Fluggäste jährlich weg. Die Bremer Wirtschaftssenatorin wirft dem Unternehmen vor, in den Verhandlungen überzogene Forderungen gestellt zu haben.