In Europas Klimapolitik bahnt sich eine dramatische Wende an. Wie die deutsche Zeitung "Handelsblatt" unter Berufung auf Insider berichtet, haben sich der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf eine gemeinsame Linie geeinigt. Ihr Ziel: Das für 2035 geplante EU-weite Verbot von Verbrennungsmotoren soll erheblich stärker aufgeweicht werden als bislang vorgesehen.
Nach bisherigem EU-Recht müssten die durchschnittlichen Neuwagen-CO₂-Emissionen ab 2035 um 100 Prozent sinken – der Flottengrenzwert von null Gramm CO₂ pro Kilometer käme de facto einem Verbot von Benzin- und Dieselmotoren gleich.
Bereits im Dezember 2025 schlug die EU-Kommission nach deutschem Druck vor, die Zielmarke auf 90 Prozent zu reduzieren; die restlichen zehn Prozent sollten Hersteller über CO₂-armen europäischen Stahl sowie E-Fuels und Biokraftstoffe ausgleichen können.
Merz und Macron wollen nun jedoch laut Bericht noch einen Schritt weiter gehen: Konkret sollen beide Länder eine Abschwächung um weitere zehn Prozentpunkte ganz ohne Kompensationsplichten anstreben. Zusammen mit Kompensationspflichten könnte die Absenkung rechnerisch auf mindestens 80 Prozent hinauslaufen und den Verkauf einer deutlich höheren Stückzahl an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ermöglichen.
Auch das Zwischenziel für 2030 wollen Berlin und Paris entschärfen. Bislang müssten, so das Handelsblatt, Neuwagen ihren CO₂-Ausstoß bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 2021 senken. Dem Vorschlag von Merz und Macron zufolge sollen die Hersteller hingegen fünf Jahre Zeit bekommen – nämlich von 2028 bis 2032. Mit diesem Puffer könnten die Autobauer laut Insider drohende, milliardenschwere Strafen abwenden.